Ein kleines Vorwort...
Meine Gedanken schreibe ich Tag für Tag auf. Das hier ist die kleinere, verkürzte und digitale Version meines Naturtagebuch. Allerdings gibt's hier Fotos zu sehen. Die Texte korrigiere ich im Laufe der Woche nur marginal. Vielleicht gefällt es dir ja und ich ich würde mich über dein Feedback freuen.
Ein halbes Jahr Windie. Ein halbes Jahr mit tiefer Naturverbindung, kleinen und großen Veränderungen. Es ist schon crazy, wie die Ausbildung bei mir wirkt. Vom interessierten: "Mal schauen, was passieren wird.", über vielfaches Erstaunen bis zu: "Ich mag eigentlich nichts anderes mehr machen.", war in dem halben Jahr alles dabei. Ich habe auch im Moment keine Ahnung davon, was im nächsten halben Jahr noch alles kommen mag und passieren wird. Aber ich bin sehr dankbar für die bisherige Zeit.
Die Woche startete wie gewohnt mit der "Art der. Woche", die für mich sinnbildlich für Ausdauer und Geduld steht. Stehend am Ufer, im Flachwasser oder auf der Wiese, regungslos auf Beute wartend und dann noch im richtigen Moment hellwach zu sein, um im Bruchteil von Sekunden blitzschnell agieren zu können. Graureiher finde ich wirklich spannend und ich mag sie sehr.
Eine Spielidee zum Thema werde ich mit meinen Kids und Teens im Training ausprobieren und schauen, wie es ankommt.
Ein kleiner Hinweis: mein Smartphone, mit dem ich die Fotos mache, gibt so langsam den Geist auf und die Qualität der Bilder lässt sehr zu wünschen übrig. Aber letztendlich geht's mir um die Eindrücke und nicht so sehr um die Details. Falls du eine digitale Kamera über hast, die mit einer deutlichen besseren Qualität daherkommt und bei dir verstaubt, dann hast du mit mir einen dankbaren Abnehmer gefunden.
Montag: Sitzplatzroutine und Wandering. Ich durfte einen Rehbock im städtischen Wald, unweit eines stark frequentierten Weges, auf dem auch viele Menschen mit ihren Hunden unterwegs sind, beobachten und ein Kleiber lief quasi direkt vor mir einige Meter einen Baum hinab. Der Aufenthalt in der Natur beruhigt mich ungemein und gibt mir in unsicheren Zeiten festen Halt.
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| Sitzplatz und Eulenblick. |
Dienstag: Ich habe aus zeitlichen Gründen einen alten Sitzplatz besucht, um zu meditieren und wurde auf dem Weg mit einem Blick auf ein Schwarzspecht Männchen beschenkt, der auf einem liegenden Baumstamm nach Insekten suchte. Einige Zeit später, inmitten meiner Meditation, hörte ich einen zweiten Schwarzspecht, öffnete die Augen und sah beide Tiere. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen durfte ich eine Paarung der Schwarzspechte beobachten. Um meinen alten Sitzplatz herum waren, wie bereits im letzten Jahr tausende Märzenbecher zu sehen, die neben dem Bärlauch den gesamten Waldboden bedeckten. Ein wunderbarer Platz, leider von zu vielen abgestorbenen riesigen Eschen umgeben, die ein gewisses Risko mit sich bringen entweder von abbrechenden Ästen oder umstürzenden Bäumen erschlagen zu werden. In diesem Waldstück schaue ich viel in die Kronen der Bäume und bin besonders aufmerksam. Den Spechten gefällt diese Waldstück hier sehr gut.
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| Mein persönlicher Abenteuerspielplatz im Auwald. Über umgestürzte Bäume von einem Ufer ans nächste gelangen. |
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| Leberblümchen, Bärlauch und Märzenbecher |
Mittwoch: Spontaner Arbeitsausfall. Diesmal wegen einem kurzfristig ausgerufenen Streik. An solchen Tagen verdiene ich kein Geld. Früher hatte mich das aufgeregt und ich hatte den Job geschmissen. Alles Ärgern nützt nichts, also ran an die schönen Dinge. Rucksack packen und rausgehen. Am Ende des Tages konnte ich nach vielen Stunden Draußenzeit und gut 18 Kilometer Wegstrecke ganz gechillt zum Training gehen und auch noch die Kids und Teens unterrichten.
Mein Startpunkt war der Ort Störmthal bei Leipzig und der gleichnamige Tagebausee. Davon gibt's hier in Leipzig und Umgebung reichlich. Bei all den klaffenden Wunden in der Erde für unseren vermeintlichen Fortschritt, kann ich der neu entstehenden Natur etwas abgewinnen. Es ist fast wie ein Laboratorium, in dem die Natur und ihre Kraft zeigt. Den gestalterischen Willen von uns Menschen bräuchte es eigentlich nicht. Die Umgebung meiner Stadt, aber auch die Stadt selber, ist im besonderen Maße vom Kohlebergbau und künstlich geschaffener Natur geprägt. Pflanzen, Tiere und Pilze machen sich diese Strukturen zu eigen und nutzen diese zu ihrem Vorteil, werden aber durch unseren Hang zu Ordnung, Gewohnheit und etwas Engstirnigkeit immer wieder ausgebremst. Aber zurück zu Tour.
Karg bewachsene Erdhänge, große sumpfige Uferzonen, riesige Wasserflächen, Grasland, Weiden, Wälder in der Entstehung bieten derart abwechslungsreiche Lebensräume, dass es als angehender Naturmentor wirklich nicht langweilig werden kann. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine bis größere Siedlungen. Nach dem Störmthaler See ging es an den Markkleeberger See und von dort aus durch den Ort Wachau und den Weinteichgraben in Markkleeberg, dann auf die Abraumhalde "Asche" über den Erholungspark Lößnig-Dölitz nach Leipzig Connewitz.
Die Sonne lockte zahlreiche Bienen, Hummeln und Schmetterlinge aus ihren Bauten. Zahlreiche Pflanzen luden zur Stärkung ein. Vor allem die Weiden und Pestwurz wurden von den Bienen begehrt.
Am Ende der Wanderung war ich mit so vielen Eindrücken, frischer Luft und Sonnenschein geflutet, dass ich schon fast berauscht war.
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| Oben links - Silbersee Oben rechts und unten - Störmthaler See Mitte links - Markkleeberger See. |
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| An manchen Stellen wirkt Leipzig sehr Dörflich, was ich sehr mag. Erkennst du auf dem Bild das Völkerschlachtdenkmal? |
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| Die Weide ist eine spannende, vielseitige Pflanze und hat, besser gesagt hatte auch in unserer Kultur einen wichtigen Stellenwert. |
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| Ein Tag mit grandiosen Aussichten und Panoramen. |
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| Die Wege waren wirklich abwechslungsreich. Je tiefer wir in die Felsschluchten kamen um so kühler würde es. Die Temperaturunterschiede waren oft auf einigen Metern Abstand deutlich spürbar. |
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| Die erste Etappe war wirklich beeindruckend schön |
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| An manchen Stellen wurde es eng. |
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| Die landgewachsenen Bäume ließen uns sehr klein wirken. Gerade im Zusammenspiel mit den Felsen wirkten einige Bäume, als würden sie den Himmel stützen. |
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| Die kleineren Entdeckungen. Gerade die kleine Fichte beeindruckte mich durch ihren Lebenswillen. An dieser Stelle auf dem Felsen zu wachsen, scheint eigentlich unmöglich. |
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| Rastplätze - Entspannung und Waldbaden. |
















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