Eines vorweg - diese Woche wird dann doch wieder etwas anders werden. Aber die letzten drei Wochen hatten es wirklich gut mit mir gemeint. Zum Start in die Woche gibt's wieder spannende Impulse. Eine kleine, zarte Pflanze steht im Zentrum der Weiterbildung. Wunderschön, Essbar, fast überall zu entdecken und Last sich zu prima Schmuck verarbeiteten. Du hast eine Idee? Der zweite Impuls widmet sich thematisch dem mit und von der Natur leben, dem Erkennen und der Nutzbarkeit von natürlichen Ressourcen. Das ist weit entfernt vom Bushcraften und Survivaltraining, wie es so manche Realty Show verkauft. Eine Aufgabe als Naturmentor:in sollte es sein eine Verbindung zur Natur zu schaffen, aber die Natur nicht als Widersacherin zu verstehen, da wir ja selbst ein Teil der Natur sind.
Montag: Zeit im Wald verbringen. Luft tanken, der Vogelwelt lauschen und im Grün versinken. Ich habe nebenbei einen Stab geschnitzt und ein dutzend Bärlauchblätter gepflückt. Meine Entdeckungen des Tages: ein Kleinspecht Paar, die erste Primel im Auwald und der Lerchensporn.
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| Sitzen im Wald. Die untergehende Sonne und das Grün zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Die Schlüsselblume stand noch allein im Wald, während der Lerchensporn an vielen Stellen aus dem Boden schiebt und sich in voller Blüte präsentiert. |
Dienstag: Mein zweiter Besuch bei Nature Journaling Club Leipzig stand an. Ich hab mir die Gundelrebe ausgesucht, versucht zu zeichnen und noch einiges Wissenswertes über dieses typische Auwaldgewächs herauszufinden. Meine zweite Wahl war der Nelkenwurz. Vielleicht zeichne ich die Pflanze noch.Wir haben nicht nur Bärlauch im Wald. Mein Weg zum Treffpunkt an der Sachsenbrücke führte durch den Clara Park. Gejournelt haben wir in der Nonne. Es war wieder wunderbar mit anderen Peoples zusammen zu zeichnen.
Mittwochs und Donnerstags schaffe ich es ja eher selten in die Natur rauszugehen. Da bin ich als Kampfsporttrainer für Kinder und Jugendliche eingespannt. Ich freue mich aber schon auf die Zeitumstellung zur Sommerzeit, weil ich dann durchaus noch reichlich Tageslicht nach dem Training abbekomme.
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| Die Sonne treibt die Blüten und Bienen aus ihren Verstecken. |
Samstag: Spannende Einblicke in die Geschichte des südlichen Leipziger Auwaldes erlebten wir bei einer zweieinhalbstündigen geführten Wanderung am Samstag Nachmittag. Die Geschichte erzählte von verschwundenen Dörfern und Flüssen, dem Umbau des Naturraumes zur Kulturlandschaft und der Wandlung eines Auwald in einen "gewöhnlichen" Wald. Paußnitz, Batschke, Batschke Floßgraben, Rödel, Pleiße, Elster, Elsterflutbecken und Pleißemühlgraben treffen sich an einem Punkt in Leipzig und bilden den Elster- Pleiße Auwald, oder eben den südlichen Leipziger Auwald. Begrenzt wird das durch die südlich liegenden rekultivierten Tagebaurestlöcher von Lauer, Cospudener See, Markkleeberger See und Zwenkauer See, die ebenfalls einmal Teil des Auwaldgebietes waren.
Die Geschichte erzählte davon, dass hier sehr viel natürlicher Lebensraum zerstört und umgebaut wurde. Ein Blick in die Stadthistorie zeigt eindrücklich, was alles in den letzten Jahrhunderten passiert ist. Die Rödel als Fluss ist nicht mehr existent. Lediglich die Haltestelle Rödelstraße zeugt noch davon. Die Paußnitz und die Batschke wurden durch die Tagebaue und dem Elsterflutbecken zerrissen. Floßgräben dienten als Transportwege und der Leipziger Floßplatz als Lager- und Umschlagplatz. Es ist wahrlich eine menschliche Meisterleistung, so viel Lebensenergie, Arbeitskraft und Material über Generationen hinweg in den Umbau unzähliger Quadratkilometer einer riesigen Fließlandschaft zu stecken.
Eine laute Stimme in mir sagt: "Welch ein Irrsinn, welch eine Zerstörung." Der langsam verschwindende Hartholz- Auwald mit den riesigen Eichen, den Eschen und den Ulmen, wird von Buchen und Spitz- Ahorn gekapert. Diese fühlen sich im veränderten Habitat sehr wohl. Uferbewachsende Weiden und Erlen (Weichholz-Aue) sind kaum noch zu finden und wir Jetztzeit-Menschen denken oft, dass wir es mit einem natürlichen Wald zu tun haben. Durch die vielen Totholzriesen im Wald und den dichten Unterbewuchs im Sommer, sieht's tatsächlich aus, wie in einem natürlich gewachsenen Urwald. Und by the way: der Auwald in Leipzig zählt trotzdem zu den größten Auwaldflächen Europas. Aber diese Einzigartigkeit kommt auch durch unseren moderneren Lebensstil in Bedrängnis. Zum Beispiel als Fahrradrennstrecke, als riesiges Hundeklo, durch feiernde Menschen, Erholungssuchende, Erlebnissuchende. Sechs Monate im Jahr ist selbst das Wasser von Menschen eingenommen. Viel zu oft werden Naturschutzräume ignoriert.
Na gut. Genug der Kritik. Auch hier im Wald kann Mensch großartige Naturerlebnisse genießen. Mich hat dieser Wald die letzten über 25 Jahre geprägt. Was ich auf jeden Fall empfehlen kann, dass sind Führungen durch den Wald. Meinen Blick hat sich für die Führung nochmal erheblich erweitert und neugierig gemacht, um noch tiefer in die Materie Leipziger Auwald einzusteigen.
Mehr Infos zum Auwald und den Tagebauen
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Der Frühling treibt die Blüten raus. Pflaumen und Magnolien in den Connewitzer Vorgärten bringen neue Farben in den Frühling. Die Paußnitzlache
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Was sonst noch passierte?
Ich habe mir ein neues Arbeitsbuch für meine Weiterbildung organisiert. Das erste Buch ist ist voll. Da habe ich schon reichlich Füller- und Stifte-Kilometer gesammelt und es werden noch viele hinzu kommen. Dieser März war mein bisher aktivster Monat in den letzten zwei Jahren meiner Naturverbindung. So viele gelaufene Kilometer hab ich nicht mal im Wanderurlaub geschafft. Morgen kommen wohl noch ein paar Kilometer dazu.
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