Montag: Was gibt es schöneres, als im Urlaub in einem Waldhäuschen aufzuwachen? Die Geräuschkuslisse ist phänomenal. Unser Frühstück haben wir draußen gegessen und dabei in den Wald geschaut. Eichelhäher, Kohlmeisen, Rotkehlchen, Blaumeisen, Amseln, eine Maus und ein Eichhörnchen haben en uns begrüßt. Bei so einem Start in den Tag, kann es nur ein guter Tag werden. Wenn Mensch ohne Kfz reist und dann auch noch vegan lebt, dann ist es immer eine Herausforderung in dünn besiedelten Regionen einzukaufen. Einerseits, weil es nicht viele Einkaufsmöglichkeiten gibt und andererseits ist die Struktur der ÖPNV auch nicht immer gegeben. Also Rucksäcke geschnappt und gute 12 Kilometer nach Ahrweiler wandern, einkaufen und mit dem Stündlich verkehrenden Bus wieder zurück zu unserem Waldhäuschen. D.h. aber auch, dass wir unseren Proviant für die gesamte Woche noch eine halbe Stunde bergauf schleppen mussen.
Die Tour führte auf überwiegend schönen Wegen ins Ahrtal. Die nicht so schönen Dinge, wie Kahlschläge und zerfahrene Wälder gibts in den Bildern zu sehen. Auf unserer Tour haben wir einen Buchenwald entdeckt, den wir entspannt abseits der Wege durchstreiften. Der Lenné Pfad bestach mit riesigen Buchen. Danach liefen wir einen kleinen Teilabschnitt des Ahrwanderweg hinauf zum Aussichtsturm und sind, nachdem wir die grandiose Aussicht genossen hatten, durch den großen Buchenwald und unzähligen Spitzkehren nach Bad Neuenahr hinunter gegangen. Von dort ging es an der Ahr entlang in Richtung Ahrweiler.
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| Zwischenzeitlich war ich sehr beeindruckt, wie hier Wanderwege gepflegt werden. Gute Beschilderung, reichlich Rastplätze u d schöne Pfade. |
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| Blüten am Wegesrand. |
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| Goldnessel und Fingerhut. Letztere zeigt gut Störungen im Wald an - eine tödlich giftige Schönheit. Die Ahornblätter sind schon ziemlich groß. Das Geisblatt hatte sich eine Buche als Rankhilfe auserkoren und für diese spektakuläre Verformung gesorgt. Die Stöcke von Wandergesell:innen entstehen auf diese Weise. |
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| Ich liebe "Baum frisst Schild" Bilder. Bäume finden das bestimmt nicht witzig. |
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| Buchen- und Eichen-Mischwald. Die jungen Bäume versuchen noch das Licht zu nutzen, bevor die Großen ihr Blätterdach aufspannen. Eine ganz junge Buche drängt durch das Laub hindurch ans Licht. |
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| Grandiose Weitsicht über Bad Neuenahr in Richtung Siebengebirge und Köln. |
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| Ein Rupfplatz im Wald. |
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| Stell dir vor, du baust leicht entzündliche Wälder aus regional untypischen Bäumen in Monokultur an, fährst mit tonnenschweren Gerät den Waldboden unwiderruflich kaputt, schlägst Hektarweise den Wald nieder, heizt damit den Klimawandel an und steckst Pflanzen, wie Hasel oder Kirsche in Plastikrohre, weil du der Meinung bist Wald besser zu können als der Wald selbst. |
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| Waldbrandstufe checken und dann ein kleines Feuer machen. Der beste Weg, um einen schönen Tag ausklingen zu lassen. |
Dienstag: ich war schon zeitig munter und setzte mich bei Sonnenaufgang nach draußen, um dem Vogelkonzert zu lauschen. Später beim Frühstück gesellte sich in zehn Metern Entfernung ein Reh dazu. Den Tag nutzte ich für meine Wildniswind Weiterbildung. Sitzen, schauen, zeichnen, lesen, schreiben, staunen. In gut fünf Metern Abstand gibt uns eine Mönchsgrasmücke eine Kostprobe ihres beeindruckend lauten und dennoch feinen Gesangs.
Mittwoch: Es regnet. Gut so! Vorm Fenster sucht eine Amsel nach Regenwürmern und verscheucht einen Eichelhäher, obwohl sie deutlich kleiner ist. Wir entschließen uns eine Wanderung zu starten und hatten eine wunderbare Entscheidung getroffen. Wir gehen durch den Wald und dann mitten in eine Nebelwolke rein. Das ist fast schon magisch. Wir nehmen uns eine Handvoll Wildkräuter mit - Knoblauchsrauke, Giersch, Sauerampfer, Wiesen Labkraut, Spitzwegerich - und freuen uns schon auf das Abendessen. Scrambled Tofu, Salzkartoffeln, Gurkensalat und unsere Kräuter. Auf dem Rückweg zum Haus sehen wir unseren ersten Zaunkönig in diesem Jahr.
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| Nebelwolkenmagie Part 1 |
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| Nebelwolkenmagie Part 2 |
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| In einander gewachsene Bäume, eine junge Generation Eichen und Sauerampfer an einem besonderen Platz. Der Wassertopf lag gut einen Meter über dem Boden. |
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| Am wenigsten hatten wir mit dieser Heide Landschaft gerechnet. Wacholder, Heidekraut und Heidelbeeren auf einer der höchsten Berge der Umgebung. |
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| Labkraut, Salweide, Heidelbeeren, Heidekraut und Ginster. |
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| Schöne e Wanderwege und fantastisches Wanderwetter. Zwar mit Nieselregen, aber dafür mit einsamen Wegen. |
Donnerstag: Der Tag startet ein wenig hektisch. Wir haben lange geschlafen, spät gefrühstückt und dann trotz Regen- Prognose eine Tour geplant. Das Ziel: der Laacher See, einer Caldera eines erloschenen Vulkans und Co2-Ausdunstungen unter der Wasseroberfläche. Beim Planen entdecke ich die Teufelsschlucht und mit fällt der Begriff Traumpfade auf. Also nochmal alles neu ordnen und dabei nicht vergessen, dass der Bus hier nur einmal pro Stunde fährt und wir noch eineinhalb Kilometer zum Bus laufen müssen. Ich entdecke in einem Gebüsch meinen ersten Stieglitz in diesem Jahr.
Zehn Minuten vor der Abfahrtszeit stehen wir an der Haltestelle. Der Bus kommt pünktlich und... fährt einfach an uns vorbei. In mir kommt Wut auf und großes Unverständnis, denn immerhin hatte ich schon leicht gestresst die Routenplanung gemacht und noch später fahren gefährdete die gesamte Tour. Mist!. Eine Partnerin hielt den Daumen raus und tatsächlich hielt das dritte Fahrzeug. Immerhin konnten wir ein paar Orte hoffen, dass uns andere Buslinien näher an unser Ziel bringen würden. Pustekuchen.
Ein Café um die Ecke war der richtige Ort, um bei den nasskalten und einstelligen Temperaturen abzuwarten, bis der nächste Bus fuhr. Wir wurden im Café angesprochen, ob man uns helfen könne und wurden tatsächlich bis zu unserem Startpunkt gefahren. Mit einer halben Stunde Verspätung gehen wir auf unsere gut 18 Kilometer lange Tour.
Los ging es in Burgbrohl, vorbei am Teufelsknochen und Bad Tönisstein, durch die Wolfsschlucht, durch Wassenach zum Laacher See, über den Veitskopf zurück nach Burgbrohl. Dem Wetter sei Dank, haben wir nur wenige Leute außerhalb der Ortschaften getroffen und viele der Wanderpfade gehörten uns alleine. Durch ehemaliges Vulkangebiet zu wandern hatte schon was magisches an sich. Besonders deutlich wurde das in der Wolfsschlucht und auf dem Rand der Caldera des Laacher See. Die Natur hat hier einiges zu bieten, was hoffentlich auf den Bildern ansatzweise rüber kommt.
Wir erreichten unseren Bus zum Waldhäuschen pünktlich und sind wohlbehalten, aber auch ziemlich kaputt angekommen. Auf dem Weg zu unsere Unterkunft hatte uns zwei Rehe durch den einsetzenden Regen erst sehr spät bemerkt und flohen ein paar Meter vor uns von ihren Ruheplätzen. Sorry dafür.
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| Blick auf den Laacher See, den Veitskopf und die Umgebung. |
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| Träumpfade - an vielen Stellen hat das gut gepasst. |
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| Unsere Wege waren an vielen Stellen Wanderpfade, was mir persönlich sehr gut gefällt. |
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| Die Kraft des Wassers und die Widerstandsfähigkeit der Bäume. |
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| Gut ausgeschilderte Wege laden zum Wandern ein. |
Freitag: wir haben uns vorgenommen, den Tag ruhig anzugehen. Es hatte die gesamte Nacht hindurch bis und den Vormittag hinein geregnet. Zeit für ein Kaminfeuer, ein ausgedehntes Frühstück, zum Lesen und Malen. Unsere Waldhäuschen Natur blüht auf und die Amsel, das Eichelhäher Pärchen, das Rotkehlchen gehen gewohnt ihrem Alltag nach und gestatten uns daran teilzuhaben. Eine Blaumeise lässt sich vor dem Fenster nieder. Der Tag plätschert entspannt vor sich hin.
Samstag: Die Sonne kommt raus und es wird spürbar wärmer. Wir haben noch eine größere Runde geplant und machen uns entspannt auf den Weg in Richtung Ramersbach. Im der örtlichen Bäckerei kaufen wir uns noch etwas Proviant und laufen dann weiter in den Wald. Schon auf dem Weg haben wir eine fantastische Weitsicht in Richtung Siebengebirge. Unser Weg führt uns über eine Bergkuppe und danach tauchen wir für viele Kilometer in den Wald ein. An einer erhöhten Stelle machen wir ein Picknick und spannen für das ultimative Waldbadevergnügen die Hängematte zwischen zwei Eichen. Mit viel Zeit und Sonnenschein lässt es sich auf so einem Platz gut aushalten. Nach der Pause wirkt de Forstweg unaufgeräumt. Das ist genau die Art Weg, die wir mögen. Es ist nicht mit Rad fahrenden Menschen zu rechnen und auch viele andere Menschen mögen es nicht über umgestürzte Bäume zu klettern. Wir hingegen schon. Wir werden mit Ruhe belohnt und dürfen einem Baummarder beobachten, wie dieser vom Baum klettert, Wasser aus dem nahen Bach trinkt und gemütlich seiner Wege geht. So ein schönes Geschenk. Auf unseren gut 18 Kilometern konnten wir noch einige Beobachtungen machen. Turmfalken, einen Rotmilan Eltern, viele Schmetterlinge und am vorletzten Anstieg ein Reh. Auf den großen Feldern und dem Weideland sangen unentwegt die Feldlerchen. Diese Wanderung war ein fantastischer Abschluss eines wunderschönen Urlaub im Waldhäuschen.
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| Das Spiel von Licht und Schatten war intensiv. Immer wieder kamen wir an sich tief in die Landschaft einschneidende Bäche vorbei. |
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| Ein weoterer Tag mit toller Weitsicht. Das Reh in der Bildmitte hatte uns nicht getwittert und auch nicht gesehen. Es bemerkte uns erst, als wir in die andere Richtung weiter gingen. Es fraß einfach weiter |
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| Ein wunderbarer Platz zum abhängen. Shinrin Yoku = Waldbaden |
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| Wunderbares Grün und Gelb. Gerade das Moos lebte nach dem Regen der letzten Tage auf. |
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| Ein weiter Blick in die Ferne. |
Sonntag: während ich schreibe, sitzen wir im Zug nach Leipzig. Wir sind heute früh kurz nach 9 Uhr in Schalkenbach losgelaufen, um den Bus nach Bad Neuenahr im nächsten Ort zu erreichen. Zum Abschluss können wir bei bestem Wetter noch einmal einen Blick aufs Siebengebirge genießen.
Der Urlaub wird noch eine Weile nachklingen. Danke an meine wundervolle Partnerin. Danke, dass wir diese Zeit gemeinsam verbringen, erleben und genießen durften.
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