Was fällt dir denn zum Thema Gras so spontan ein? Halt! Stopp! Ich schreibe hier nicht über kultivierten Drogenkonsum. Es geht um Gras im allgemeinen. Diese Woche ist das mein Thema.
Bei mir ploppen Bilder von Wiesen auf, von Wegrändern und Gräsern, die aus allen Ritzen zwischen den Steinen und Asphalt hervor wachsen. Mir fallen die Felder ein, auf den unsere Kulturgräser gedeihen. Was wären wir Menschen ohne Gräser? Ohne Mehl, Brot, Bier? Auf den Maibaumfesten in den kleinen Gemeinden wurde bestimmt der ein oder andere Korn "hinter die Binde" gekippt. Was wären wir Menschen ohne das Futter für die Tiere, die wir domestiziert haben? Baumwolle in unserer Kleidung. Papyrus für Schriftrollen. schilf für Dächer. Stroh und Lehm gemischt für Ausfachungen alter Bauernhöfe. Was fällt dir noch zum Thema Gras ein?
Montag: Ich arbeite in einer neuen Kita und muss feststellen, dass es dort schöne Obstbäume gibt. Allerdings ist der Baumbestand sehr kleinwüchsig und bietet wenig Schatten. Es gibt Buchenhecken und einige Hochbeete. An der Infotafel lese ich wohlwollend, dass es ein Waldtagprojekt gab. Immerhin. Mal schauen, wie ich hier neben meiner eigentlichen Arbeit Impulse für Naturverbindung setzen kann.
Am Abend fahre ich zu meinem Sitzplatz. Glücklicher Weise geht's mit dem neuen Rad ziemlich fix. Mein Abendessen - Falafel Dürum - habe ich mir in der Hängematte sitzend gegönnt und dann noch weitere eineinhalb Stunden Naturzeit. Ich freue mich riesig über die Fülle der Vogelstimmen und auch der Vogelsichtungen. Beschwingt fahre ich nach Hause.
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| Entspannen an der Lauer |
Dienstag: Inspiriert durch die Art der Woche halte ich im Garten der Kita Ausschau nach langen Grashalmen und werde fündig. Schnur aus Gras zwirbeln?Gesagt, getan! Haarbänder, Angelschnüre, eine Leine für das Kuscheltier. Es ist so schön, mit Kindern in den Austausch zu gehen. Ich stelle viele Fragen und bekomme viele Antworten. Das Coyote Teaching fängt an in mein Leben zu sickern und lenkt es in eine wunderbare Richtung. Ich lasse die Dankbarkeit darüber in mir und auf mich wirken.
Am Abend beschäftige ich mich noch mit der Art der Woche und höre mir nebenbei die letzten Podcasts von "Vögel, aber richtig" und "Peter und der Wald" an. Zudem bestelle ich mir noch Zubehör für meine Hängematte, damit meine Draußenzeit noch angenehmer wird.
Mittwoch: Am Vormittag entdecke ich im Garten der Kita eine Ratte. Für die Einrichtung ist es vielleicht nicht so schön, aber ich freue mich sehr darüber. Die Kinder hatten am Vortrag mit Eierkartons und Mehlkleister gebastelt. Genau diese getrockneten Mehlklumpen wollte das Tier haben. Mein Betreuungskind hatte noch nie eine Ratte gesehen und war fast aus dem Häuschen.
Den Nachmittag verbrachten wir mit dem Betrachten vom Regen und dem Gewitter. Endlos lange vorm Fenster sitzen und Erstaunt sein.
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| Was denkst du, wenn du eine Ratte siehst? Ich denke an den Animationsfilm Ratatouille und... Ich bin Sternzeichen Ratte. |
Donnerstag: Feiertag und betrunkene Menschen. Mein Verhältnis zu Alkohol ist klar definiert. Ich trinke schon seit längerer Zeit keinen Alkohol mehr. Das war eine ganz klare Entscheidung für ein Leben ohne Drogenkonsum. Nichts anderes ist Alkohol. Ich verbringe meine Zeit mit dem Betonieren der 12 Punktfundamenten fürs Gartenhaus. Zwischendrin freue ich mich über das Grün im Garten und die vielen Vögel.
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| Schaffe, schaffe, Häusle baue. |
Freitag: Ab in den Garten und Kanthölzer für das Fundament setzen. Es ist draußen über die Mittagszeit sehr intensiv in der Sonne zu arbeiten und sehe ein, dass ich wieder in die Kühle muss. Mit dem Rad fahre ich durch den Wald und spüre den Temperaturunterschied deutlich.
Am Nachmittag baue ich meinen Schreibtisch um. Ein guter Arbeitsplatz für meine Weiterbildung ist mir wichtig.
Samstag: Journalen mit meiner Familie am Hakenteich. Wir haben das Thema "Gräser" aufgegriffen. Mit Hängematte und Mückenspray ließ es sich ganz gut im Schatten aushalten. Ich flechte mit Gras und bin erstaunt, wie leicht es mit von der Hand geht. Am Abend schaue ich noch eine dreiteilige Präsentation über Gräser an und bin über die schiere Zahl an Gräsern verwirrt und beeindruckt.
Sonntag: ich beginne den Tag mit dem Kinderbuch "Hörst du wie die Bäume sprechen?" von Peter Wohlleben. Ich mag seine Art Geschichten zu erzählen sehr. Am frühen Abend habe ich nochmals Pflanzenschnur gedrillt und geflochten. Vier Stränge und fünf Stränge. Dann bemerke ich, dass schon wieder eine Woche vorbei ist und ich definitiv gerne mehr Zeit hätte, um all die anderen Dinge rund um meine Ausbildung starten zu können. Wenn die Zeit gefühlt rennt, dann verlangsame ich sie eben und nehme mir ausreichend Zeit für eine intensive Atemmeditation und diesen Blog.
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| Hängematte, gekühlte Getränke, eine Decke und die Naturtagebücher. Es kann so einfach sein und so gut. |
Monatsfazit: in voll gepackten Wochen fällt es mir manchmal nicht leicht, die wunderbaren Momente zu sehen. Oft bleiben mir die unerledigten Aufgaben im Kopf, oder Situationen, die mich ratlos machen und gelegentlich auch wütend und ich entgleite ein wenig aus dem Jetzt. Am Ende dieser Woche und dieses Monats hatte ich dann doch wieder diese vielen kleineren und größeren unbezahlbaren Momente, Begegnungen und Erlebnisse. Und ganz ehrlich... In meinem Leben hat sich so vieles grundlegend geändert. Es ist auf positive Weise so viel belebter und voller geworden. Dass ich da nicht alles schaffe, was ich mir vornehme, liegt schon in der Natur der Dinge. Ich bin dankbar für das Erlebte und auch dankbar für das Scheitern. Ich bin dankbar für meine Familie und dass ich so leben kann, wie ich es tue. Seit diesem Monat habe ich einen geänderten Arbeitsvertrag, der mir hoffentlich etwas mehr Sorgen abnimmt. Ich habe mir ein Fahrrad geleistet, zwei Bücher gelesen, zwei Bücher geschenkt bekommen, reichlich Stiftekilometer in mein Naturtagebuch geschrieben und gezeichnet, viele Kinder und Jugend Trainings geleitet, habe eigene Trainings gemacht, hatte ausreichend Zeit für Meditation und Atempraxis. Wir waren im Erzgebirge wandern, haben das Hexenhäuschen für zwei Übernachtungen besucht. Ich hatte viele Stunden Sitzplatzzeit und auch Zeit für Wanderings. Ich habe einen NABU Kurs zum Thema Wald absolviert, einen weiteren Kurs begonnen und stecke gerade in einem Gartenhausprojekt (auch wenn es nicht meines ist). Ich durfte viele Menschen kennen lernen und einige davon in ihrem Alltag begleiten. Wenn ich das so rekapituliere, dann bin mir bewusst, dass ich ein großes Privileg habe. DANKE!




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