Direkt zum Hauptbereich

Woche 39

Montag: Die Art der Woche und das "Entdecken und Erleben" fällt mir diesmal ziemlich leicht, was nicht jede Woche so ist. Wenn ich durch den Park in Richtung Arbeit fahre, dann begegnen mir viele Pflanzen und Tiere, die schon Art der Woche waren. Für die wildnispädagogische Routine brauchte ich Papier, Stift, Beobachtungsgabe und die Fähigkeit die Perspektive zu ändern. Klingt spannend? Ist es auch.

Dienstag: Die Art der Woche lässt sich auch an meinem Sitzplatz entdecken. Die zusätzlichen Aufgaben konnte ich hier noch einmal überprüfen. Ein paar kleine Fragen gefälligst? Kannst du eigentlich dein Haus, deine Straße als Draufsicht, quasi als Landkarte skizzieren? Welche Pflanzen und Tiere gibt es in der Wohnumgebung? Wo steht der nächste Baum? Der nächste Busch? Welche Pflanzen wachsen auf dem Fußweg? Wie zieht die Sonne bei dir am Haus vorbei?Wie lange läufst du bis zur nächsten Brücke? Und zu einem Fließgewässer? Zu einem Teich oder See? Wie weit ist der nächste Wald entfernt?

Ein gewohntes Ritual. Hängematte an der Lauer aufspannen, durchatmen und staunen.

Mittwoch: Ein langer Tag und trotzdem war es schön. In der Kita habe ich mich an den Linden und ihren Duft erfreut. 

Donnerstag: Wenn in der Nacht eineinhalb Stunden lang der Hubschrauber kreist, dann ist es vorbei mit dem Schlaf und der Ruhe. Dementsprechend gerädert bin ich durch den Tag gestolpert. 

Freitag: Den ganzen Tag hatte ich mich darauf gefreut, endlich wieder ins Hexenhäuschen zu fahren. Ausspannen und Naturzeit genießen und bis in die Nacht hinein am Lagerfeuer sitzen.

Ankommen, Essen kochen - bei uns ausschließlich in Vegan (Scrambled Tofu, Kartoffeln und Gurkensalat) und am Abend ein Feuer.

Samstag: Ausschlafen. Soweit das bei dem Vogelkonzert möglich ist. Das Frühstück draußen genießen und in den Tag reinkommen. Am frühen Nachmittag starten wir unsere erste Tour und besuchen eine alte und nicht mehr bewirtschaftete Kirsch-Plantage. Dann ziehen wir weiter zur höchsten Erhebung der Umgebung. Wir entscheiden uns dafür den "Pilzwald" zu besuchen. 

Abhängen zwischen Eichen und Kiefern. Immerhin ist hier Schatten, der uns vor der Hitze schützt. 

Die kleinen Entdeckungen am Wegesrand. 

Der Fingerhut sieht wunderschön aus, ist hoch giftig und ein Anzeiger für hohe Wildbestände. 

Statt Pilze gab es Heidel- und Walderdbeeren. Wir nehmen das Geschenk gerne an.  

Wer hier wohl seine/ ihre Behausung hat?

Wie schön kann man denn bitte sein? Die Schnecke: "Ja".

Veganes Essen ist gelebter Waldschutz. Glaubst du nicht? Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Flächen geht für Tierfutter und Beweidung drauf, also Fleisch Milch, Käse, Eier. Da könnte Wald stehen.
Alkoholfreies Hugo mit Holunder und Walderdbeeren.

Ein kleines Feuer zur Sommersonnenwende und für den entspannten Abend zu zweit unterm Sternenhimmel

Sonntag: Das Thermometer zeigt 32 Grad. Wir entscheiden uns fürs Nichtstun. Ich lege mich in die Hängematte und lese Peter Wohlleben "Menschenspuren im Wald". Ich hatte schon vor zwei Jahren einen Onlinekurs mit gleichnamigen Titel in der Waldakademie belegt, bekam aber nochmal neue Impulse durch das Buch. 

Unter dem Freisitzdach ließ es sich gut aushalten. Gelegentlich strich eine kleine Briese hindurch.

Fazit: Ich durfte in einer belebten Woche viel Zeit draußen verbringen und durch das Wandering am Wochenende, war es ein wunderbarer Wochenabschluss. Das Buch von Peter hat mich aufgewühlt, aber auch nochmal wachgerüttelt und ich muss immer wieder feststellen, wie sehr die letzten zwei Jahre meiner Naturverbindung auch die Schattenseiten unseres Menschsein in mein Bewusstsein gespült haben. Dennoch gehe ich immer wieder gestärkt in den Alltag, wenn ich sehe, welche Schönheit, welche Anpassungsfähigkeit, Kraft und Wiederstandsfähigkeit Pilze, Pflanzen und Tiere haben. Wir Menschen sollten lernen, uns wieder als ein Teil der Natur zu verstehen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Draußenzeit satt

Innerlich bin ich schon bei unserer nächsten großen Reise mitten in die Natur. Nachdem wir bereits Anfang letzten Jahres ein Wochenende in einem umgebauten Zirkuswagen verbringen konnten, ist der Wunsch gewachsen es auch mal für zehn Tage zu probieren. Uns erwarten zehn Tage in einer ländlichen Gegend im Westen von Tschechien. Unser Domizil wird ein augebauter Zirkuswagen sein, der in einem kleinen bewaldeten Grundstück abseits eines kleinen Dorfes liegt. Wir haben einen Ofen, einen Gasherd, genügend Wasser im Tank. Strom gibts aus der Powerstation und der Kühlschrank läuft übers Gas. Zwei Powerbanks werden wir zusätzlich dabei haben, da ich mit dem Smartphone navigiere, fotografiere und auch Bücher lese. Um uns herum gibts Wald und Wiese, ein paar Dörfer und die nächste größere Stadt ist 30 Kilometer entfernt. Nach meinem Geschmack ist es perfekt. Jetzt heißt es die Packliste in Gedanken durchzugehen. Auf beengten Raum brauchts bei Regenwetter Bekleidung,  die wirklich schnell tro...

Woche 44

Vorschau: Die Woche beginnt mit einem starken Wetterwechsel. Gestern waren es noch 31°, heute sind es gerade mal 20°. Das ist sehr wechselhaft. Wechseln ist auch eines der Themen der Woche. Ich habe gestern zwei meiner Instagram-Kanäle gelöscht und Facebook folgt auch noch. Dieser Block hier bleibt, weil der ist mir eine Herzensangelegenheit, denn auch Google hat es ebenfalls nicht mehr verdient, meine Daten zu bekommen. Wirklich nicht. Aber eines möchte ich betonen: ohne diese Hilfsmittel wäre ich nicht auf den Trichter gekommen, Naturmentor werden zu wollen. Mit Dankbarkeit für die vielen virtuellen Begegnungen wird es Zeit, diese alte Haut abzustreifen und andere Wege zu gehen. Und damit bin ich schon mittendrin.  Montag: Das Buch "Birding - entdecke die Wunderwelt der Vögel" kommt auch in der Kita gut an. Genauso wie das "Pilzbuch für Kids". Nach der Arbeit war an rausgehen nicht zu denken. Der Regen war einfach zu stark, um es draußen gemütlich finden zu können...

Woche 43

Vorschau: Start in die Woche mit einer neuen Art. Diesmal wieder eine Pflanze. Allerdings eine, die ich sehr mag. Als Wildkräuter ist sie wirklich ganz oft zu sehen und oft auch mitten auf dem Weg oder am Wegesrand. In der Suppe gibt sie ein Champignon ähnlichen Geschmack. Als Heilkraut gibt sie schnelle Abhilfe bei juckenden Mückenstichen und hilft auch vorzüglich bei Atemwegserkrankungen. Du kommst drauf? Mir wurde die Pflanze erst vor zwei Jahren wieder ins Gedächtnis gespült, als ich zwei Kurs der Waldakademie zum Thema Wildkräuter absolvierte. Erst vor kurzem hatte ich noch einen intensiveren Kurs ausschließlich zu dieser Pflanze und deren Verwandte belegt.  Ein weiteres Thema ist das Schnitzen. Handwerkliche Dinge mag ich sehr. Falls du ebenfals Lust aufs Schnitzen hast, dann hilft dir vielleicht die  Schnitzfiebel  von Wildniswind weiter. Ich mache hier gerne unbezahlte Werbung für Dinge, die mir gefallen und ich habe mir zwei neue Bücher bestellt. Das mache ich j...