Vorschau: Wissen ist nicht alles. Es wird durch Rausgehen und Machen aber zu etwas besonderem. Alles was wir uns aus innerem Antrieb selber beibringen und erlebbar machen, gehört uns. Deswegen musste ich auch den Kopf wieder frei bekommen. Das geht am besten in der Natur. Wir sind bereits letzten Samstag nach Hessen gefahren. Deswegen folgen auch gleich die Bilder vom Wochenende.
Samstag: Unsere Reise führt und nach Trubenhausen im Frau Holle Land, dem Geburtsort der Gebrüder Grimm und vor allem in eine wunderschöne ländliche Natur. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Am Abend absolviere ich im Garten unserer Unterkunft noch ein Kräftigungstraining mit der Steelmace. Erst entdecke ich ein Hausrotschwanz - Vogel des Jahres 2025 - dann fliegt in meiner Nähe ein Zaunkönig mehrfach über den Weg. Etwas später starteten die Fledermäuse ihre Erkundungstouren, auf der Suche nach Insekten. So schön!
 |
| Unsere wunderschöne Unterkunft. Ein fast 200 Jahre altes Bauernhaus. |
 |
| Der Garten ist mit vielen spannenden Ecken versehen. |
 |
| Einblicke & Ausblicke |
 |
| Unser kleines Schneckenhaus für die nächsten Tage |
Sonntag: Draußen sitzen und der Natur lauschen. Trotz des Regens ist hier rund um mich viel Trouble. Zaunkönige, Amseln, ein Buntspecht, eine Ringeltaube, irgendwo "lacht" ein Grünspecht und ein paar Wespen sind bei 15° richtig aktiv. Bei so viel tierischer Begleitung lässt es sich besonders gut das Naturtagebuch schreiben. Zwischendrin koche ich Tee und es fühlt sich irgendwie herbstlich an.
 |
| So ein schöner Sitzplatz. Von hier lässt sich die umgebende Natur vom Garten mit ein einem angrenzenden Park, bis zur Feldflur mit einer Abgrenzung aus Buschen, sehr gut beobachten. |
 |
| Hortensie, Blut Johanniskraut, Speer Flieder wachsen hier im Garten und überzeugen mit tollen Farben. |
 |
| Bei 14° Tageshöchsttemperatur war das Kaminfeuer eine Wohltat. |
Montag: Auch der Montag startete mit kräftigem Dauerregen. Am frühen Nachmittag zogen sich die Wolken zurück und die Sonne kam raus. Unser erstes Ziel war ein Hortensienpark. Danach hatte ich eine kleine Rundwanderung bei Komoot geplant. Die Bilder hat es hier ein wenig durcheinander gewürfelt.
 |
Hortensien-Blumen-Wunderland.
|
 |
Für Nature Journaling, alle Blumenliebhabeden, Insektenbestauner:innen ein wahres Paradies. Hortensien in unterschiedlichsten Größen buhlen mit Farben, Formen und Düften um Insekten wie Bienen, Käfer, Schwebfliegen und großen Schmetterlinge. Ich war beeindruckt.
|
 |
| Geheimnisvolle kleine Wege. |
 |
| Auf diesen Wiesen war so richtig Insektenalarm.Auch zwei Turmfalken flogen in ihrem typischen Rüttelflug, fast schon in der Luft stehend, über der Wiese auf der Jagd nach Beute. In den Gebüschen begegneten wir Eichelhähern und Eltern. |
 |
| Ich zeige gerade meinem Kind einen Turmfalken auf einem Ansitz, der sich in gut 150 Metern Entfernung kurz ausruhte, um dann kurze Zeit später wieder aufzusteigen. Die Landschaft war wirklich sehr schön. |
|
| Gerade dann, wenn Mensch mit Kind unterwegs ist, sind abwechslungsreiche Landschaften ein Geschenk. Das Smartphone wird lediglich zum fotografieren benötigt. |
 |
| Die Blütenpracht der Natur kann es für mich locker mit der vom Hortensienpark aufnehmen. |
 |
| Damit ging vor gut einem Jahr meine Wildniswind Weiterbildung los. |
Dienstag: Starkregen in den Morgenstunden, Dauerregen durch den Vormittag. Zum Frühstück gibt's erstmal einen Apfel Crumble aus den aromatischen Gartenäpfeln unserer Vermieterin. Für mich bleibt Zeit fürs Lernen und ich beschäftige mich mit Tauben, speziell der Ringeltaube. Diese begegnen mir in der Stadt, in der Feldflur und und auch im Wald regelmäßig. Auf dem Dach meines vierstöckigen Wohnhaus sitzt immer ein Paar in der Nähe des Schornstein. In meinem Bad, Ich wohne Hochparterre, habe ich immer das Gefühl, sie wären in den Kamin gefallen, so laut übertragen sich die die Schallwellen. Ich habe auch schon mal eine kleine Kohlmeise vor einer Ringeltaube gerettet. Direkt an meinem mit Efeu bewachsenen Küchenfenster steht ein Holunder, in dem sich das Drama abspielte. Auch hier am Haus "Frieda" lebt eine Ringeltaube. Erkennbar sind die Ringeltauben an ihrem weißen "Halsband" und ihrem fünfsilbigen Gesang.
Wandering - die dreieinhalb Kilometer lassen sich sich, wunderbar die Zeit verbummelnd, mit vielen kleinen und großen Naturmomenten füllen. Klingt zu romantisch? Ist es auch. Die vielen Menschenspuren, welche von der kommerziellen Umweltzerstörung künden, die begleiten mich auf Schritt und Tritt. Trotzdem muss ich gelegentlich davon abschalten und mich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren.
 |
| Heute ging es durch einen Buchen - Eschenforst. |
 |
| Einfach mal stehen lassen. |
 |
Ein wunderbares Spiel von Licht und Schatten.
|
 |
Der Speer-Flieder - oder auch Schmetterlingsflieder - scheint für adulte Schmetterlinge sehr attraktiv zu sein, auch wenn die Pflanze als invasiv eingestuft wird.
|
Mittwoch: Unser letzter Waldtag lockte mit Sonne und moderaten Temperaturen. Für die knapp 10 Kilometer haben wir über vier Stunden gebraucht, wovon wir allerdings nur knapp über zwei Stunden gelaufen sind. Es gab wirklich viel zu entdecken und der Wald beschenkte uns mit leckerem Essen.
 |
| So sieht's aus, wenn Bäume gegen das langsame Rutschen des Hanges ankämpfen. |
 |
| Unsere heutige Wanderung hatte schöne Teilabschnitte zu bieten. Allerdings gab's auch hier immer wieder die gleichen Auswirkungen der Forstwirtschaft zu sehen. Rückegassen, die den Waldboden kaputt machen und Kahlschlagflächen. Da kann Mensch Premium-Wanderweg schreiben, wie er oder sie mag. |
 |
| Aussichtstürme sind immer einen Aufstieg wert. Wir hatten freie Sicht weit über das 20 Kilometer entfernte Kassel hinaus. |
 |
| Weitsicht. |
 |
| Nach dem Regen der letzten Wochen kam reichlich Wasser aus dem Berg. |
 |
| Auf dem Bild ist es nicht zu erkennen. Dieser Habitatbaum war zwar nur noch fünf Meter hoch, hatte aber einen recht großen Stammumfang. P |
 |
| Der Birkenpilz auf dem oberen Foto war fürs Essen nicht mehr geeignet, so wie viele der Pilze, die wir gefunden haben. Dennoch haben wir eine große Portion leckere Speisepilze mitnehmen können und waren mit der Auswahl mehr als zufrieden. Ach ja... Lecker war's! |
Donnerstag: Wir packen unsere Sachen und fahren schweren Herzens wieder mach Hause. Die Tage hier waren wunderbar und die Gegend ist eine klare Empfehlung. Ich nehme mir mit, dass ich gerne große weitläufige Wälder gerne direkt vor meiner Haustür hätte Verstehe mich nicht falsch, ich weiß den Auwald hier in Leipzig sehr zu schätzen. Aber es ist schon etwas anderes, ob ich diesen Wald mit 650.000 Menschen teile oder ob ich von der nächsten größeren Stadt 20 Kilometer entfernt in den Wald starte, der die gesamte Region umschließt. Ja, ich bin wehmütig. Sehr sogar.
Freitag: Der Himmel ist bedeckt. Ich starte mit einem Kaffee und ein paar Podcast Folgen in den Tag und denke, es ist eine gute Idee, den Rucksack zu packen und raus zu gehen. Also Hängematte und Tarp einpacken und schauen, wo ein guter Platz zu finden ist.
Vorher gibt's noch einen kostenfreien Onlinekurs vom WWF
 |
| Hier ging es primär um die großen Vier: Wiesent, Elch, Wolf und Luchs. Ich fand es sehr spannend aufbereitet und sehr informativ. |
Draußen war ich dann für gut vier Stunden. Bei schwülen 27° C waren natürlich viele Leute im Auwald und an den Seen unterwegs. An meinem Sitzplatz tummelten sich angelnde Menschen - eine Beschäftigung, die ich schon als Kind nicht nachvollziehen konnte und mir auch die Fische leid taten -aber ich fand immerhin noch eine etwas abgelegene Stelle, an der ich mich auf einen umgekippt en Baum setzte. Auf dem Rückweg bin ich quer durch den Wald gelaufen, abseits der Wege gelaufen.
Samstag: ich füttere diesen Blog und habe mal wieder einen Beitrag geschrieben. Diesmal zum Thema "Wandering". Der ist dann doch etwas umfangreicher geworden und es hat mir viel Spaß gemacht, diesen zu schreiben. Wenn mir etwas seit Beginn meiner Weiterbildung besonders viel Freude bereitet, dann ist es das Schreiben. Ganz egal, ob hier im Block, oder in meinem Naturtagebuch mit dem Füller auf hochwertigem Papier. Das ist ja auch das coole am Nature Journaling, jede:r kann es so halten, wie es Mensch selbst gefällt. Viele Zeichnen gerne, ich schreibe.
Sonntag: Gerade eben waren wir noch unterwegs und hatten uns eine kleine Waldtour bei Bennewitz, in der Nähe von Wurzen, gegönnt. Den Urlaub mit einem Ausflug in den Wald abzuschließen, war das Beste, was wir machen könnten.
 |
| Im Wald rund um Bennewitz war es definitiv ruhiger, als hier im Leipziger Süden, wo gefühlt alle durch den Auwald Richtung See pilgern. |
Fazit der Woche und vom Urlaub: In der ersten Woche unseres Urlaub waren wir für vier Tage im Hexenhäuschen. Auch wenn das Wetter viel Regen für uns parat hatte, waren wir doch viel draußen unterwegs. Am Donnerstag und Freitag gab es zu Hause einen kurzen Zwischenstopp. Dadurch, dass ich nicht wirklich viel zu tun hatte, habe ich meine freie Zeit ins intensive Lernen gesteckt, was mir persönlich sehr wichtig war. Die Abstinenz von Social Media brachte mir reichlich Kapazitäten zurück und konnte so auf der anderem Seite mein Suchtverhalten sinnvoll kompensieren.
Am Samstag ging es nach Trubenhausen, welches wunderbar im Tal zwischen aufsteigenden und bewaldeten Bergen eingebettet lag. Wir haben uns trotz des vielen Regens wirklich viel draußen aufgehalten. Ich habe nicht alles geschafft, was ich mir in den beiden Urlaubswochen vorgenommen hatte. Aber so ist das eben. Dafür hatte ich eine gute Zeit mit meinen liebsten Menschen und bin einigermaßen ausgeruht. Die Rückkehr nach Leipzig viel mir trotzdem schwer.
Wir lesen uns...
Kommentare
Kommentar veröffentlichen