Vorwort: Diese vorletzte Woche bei Wildniswind startet und ich bin ein wenig traurig, dass diese wunderbare Zeit zu Ende gehen soll. Keine Mail mehr am Montag morgen, keine neuen Arten der Woche, keine Impulse für den "Rucksack". Einfach vorbeo. Neben der Traurigkeit macht sich auch große Dankbarkeit in mir breit. Dankbarkeit dafür, dass mich meine Mentorinnen auf diesem wunderbaren Weg begleitet haben. Danke Miriam und Paula und all ihr anderen Windies da draußen, dass ich Teil dieser Reise sein durfte.
Meine Reise geht mit großen Schritten weiter und ich werde für meinen Abschluss noch einmal zu Wildniswind zurückkehren. Ich hoffe auch auf eine neue Kommunikationsplattform, um mit den anderen Windies in Kontakt treten zu können.
Montag: Gedankensplitter - Bei der historischen Betrachtung der Stadt Leipzig wundert es nicht, dass es direkt um Leipzig herum kaum Wald gibt. Einerseits hatten und haben die Menschen ja ihren Wald in der Stadt, andererseits brauchten und brauchen die Menschen auch Nahrung. Dementsprechend ist die Umgebung von Landwirtschaft geprägt. Es dominieren Felder und Grünland. Wobei die Tiere weit nach draußen gedrängt wurden, denn wer mag schon die Geruchsbelästigung von großen Stallungen?
Das ist ein Punkt, der mich sehr verwundert. Fleisch, Eier und Käse essen, Milch im trendigen Coffeeshop konsumieren, Eis im Sommer genießen, aber ohne den Geruch der Fäkalien der Tiere, die es braucht, um dieses Stadtleben zu ermöglichen? Das finde ich schon paradox. Aber das ist ein anderes Thema.
Zurück zum Wald. Dieser stammt meist von der Renaturierung der Tagebaue. Die ehemaligen Tagebaue machen einen großen Anteil der Flächen aus und haben die Gegend für Jahrzehnte geprägt und das hat die Natur gründlich geändert. Falls es dich mal nach Leipzig zieht und du gerne wandern gehst, dann kannst du rund um die sieben Seen im Leipziger Südraum wandern und sehen, wie sich eine neue Natur bildet.
Ich finde diesen Wandel spannend und es zeigt sich, welche Kraft die Natur auch in völlig zerstörten riesigen Landschaften entfalten kann.
Dennoch wünsche ich mir persönlich mehr Wald, ohne dass ich eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss, um größere Waldgebite zu erreichen, der nicht von vielen Menschen frequentiert ist.
Bäume können in größeren Waldflächen - damit meine ich nicht die Nadelbaumplantagen - ihre Umgebungstemperatur deutlich herabsetzen, was im Sommer den Wohlfühlfaktor einer Stadt wie Leipzig deutlich anheben könnte.
Appel der Leipziger Ökolöwen für mehr Wald um Leipzig
Jetzt möchte ich zu allgemeinen Dingen über gehen, die nicht nur mit dem Leipziger Auwald zu tun haben. Die Frage, die jetzt bleibt ist, wie könnten wir es schaffen, das landwirtschaftliche Flächen für Wald frei werden? Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, aber irgendwie dann doch.
Punkt 1: Wir müssen erkennen, dass wir die wichtigsten Schalthebel selbst in der Hand haben. Dass was wir Essen bestimmt, wie viel Fläche wir für eine Umnutzung frei machen können. Das dieser Punkt bei mir ganz oben steht, liegt auf der Hand. Was würde passieren, wenn du deinen Konsum tierischer Lebensmittel halbieren würdest? Was würde passieren, wenn du dich vegetarisch ernähren würdest? Was würde passieren, wenn du dich vegan ernähren würdest? Wie viele Quadratmeter freie Fläche entstehen, wenn du dich anders ernähren würdest?
Punkt 2: Wir müssen erkennen, dass wir in einer Großstadt andere Möglichkeiten der Fortbewegung, der Verkehrsmittel haben. Straßenbahn, Bus, S-Bahn, Fahrrad, Carsharing sind die Zukunft. Der Individualverkehr mit Kfz hat in den großen Städten eigentlich schon lange ausgedient, es ist noch nicht bei allen Menschen angekommen. Wie viele Flächen könnten wir eigentlich in einer Stadt wieder entsiegeln, wenn wir nicht mehr auf die breiten Straßen angewiesen sind? Wenn wir nicht mehr die Fahrzeuge irgendwo abstellen müssen, die 23 Stunden am Tag dort stehen und nichts anderes machen? Stell dir vor, wir würden die Hälfte der Fahrzeuge nicht brauchen und würden die Stellplätze dieser Fahrzeuge nutzen, um Bäume in der Stadt pflanzen?
Punkt 3: Wir müssen unseren Papierkonsum überdenken. Verpackungen aus Pappe, Schreibpapier, Druckpapier (Briefe, Zeitschriften und Bücher, Flyer und andere Werbedrucke), Toilettenpapier, Papiertaschentücher. Habe ich etwas vergessen? Wie viel Holz können wir eigentlich einsparen, wenn die Bücher zu Hause nach einmaliger Benutzung nicht einstauben würden? Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich liebe Bücher und das schreiben mit Füller auf Papier. Aber wie viel ist genug? Können wir nicht einfach digital lesen? Wie können wir Taschentücher ersetzen? Muss es das blütenweiße 4lagige Toilettenpapier sein? Wie viele Pakete kann ich eigentlich einsparen, wenn ich anders einkaufen?
Punkt 4: Wir müssen einsehen, dass Möbel eben auch aus Holz sind und erkennen, wie lange wir diese eigentlich nutzen. Ja, im Möbelbau ist Holz der Rohstoff Nummer 1.
Punkt 5: Wir müssen erkennen, dass Holzpellets fürs Heizen nicht Klimaneutral sind. Bäume wachsen bis zu 120 Jahre, bevor sie gefällt werden. Erst nach 30 Jahren beginnen Bäume CO2 zu speichern. Wenn wir Holz verbrennen, dann ist es unwiederbringlich weg. Es spendet uns ein paar Stunden Wärme und Gemütlichkeit, aber dann wars das.
Punkt 6: Wir müssen erkennen, dass wir mit unserer Stimme bei Wahlen Einfluss darauf haben, wer uns und unsere Interessen auf politischer Ebene vertritt. Wer setzt sich am deutlichsten für Umwelt und Soziales ein?
Punkt 7: Wir müssen erkennen, dass wir durch aktives Handeln auf so vielen Ebenen Veränderungen herbeiführen können. Engagiere dich für den Wald. Es gibt in Leipzig zahlreiche Vereine und Verbände. Ökolöwen Leipzig e.V., NABU, BUND. Ein kostenloses Informationangebot von Wohllebens Waldakademie findest du hier: "Engagiere dich für Wald und Natur"
Gemeinsam schaffen wir eine grünere Stadt und mehr Wald rund um Leipzig. Bist du dabei?
Danke, dass du mir bis hier gefolgt bist
Dienstag: Ein spannender Tag. Weg vom Gas und hin zu Fernwärme. Unser Wohnhaus wurde in letzten Wochen umgebaut. Die Heizung meiner Wohnung, sowie das Warmwasser lief über einen Gasdurchlauferhitzer. Heute wird meine Wohnung angeschlossen. Bei der Fernwärme geht es um die Nutzung von industrieller Abwärme, die auf diese Weise noch für behagliche Wärme in den Wohnungen sorgt. Mir ist bewusst, dass momentan auch ein Braunkohlekraftwerk und ein Gaswerk mit angeschlossen sind, welche sich in Zukunft hoffentlich überflüssig machen werden. Die Ökolöwen Leipzig stehen bei diesem Projekt beratend an der Seite der Stadtwerke. Deswegen freue ich mich über die Entscheidung der Hausbesitzerin, den Schritt zur Fernwärmenutzung zu gehen.
Da ich während der Umbauarbeiten zu Hause war, konnte ich meine Zeit sinnvoll mit lernen verbringen.
Mittwoch bis Freitag: Für die Kids in der Kita haben wir ein Projekt geplant. Meisenknödel Bonbons. Natürlich alles selbst gemacht und die selbstgederehte Schnüre gibt's aus Brennnesselfasern.
Mein Lieblingsspiel aus der Wildniswind Weiterbildung, "Reiher und Otter", war auch wieder in meinem Jiu Jitsu Training als Aufwärmspiel dabei.
Und dann gab's natürlich eine Menge Lernzeit.
Samstag: Sachen packen und für zwei Tage raus in die Natur und ins Hexenhäuschen. Ich liebe es so sehr. Vorletzte Woche waren wir schon dort und letzte Woche war ich für einen Tag in der Region wandern.
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| Früh aufstehen und los fahren. Das Frühstück gab's auf der Terrasse vom Hexenhäuschen. Etwas später waren wir dann auch Wandern. |
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| Im Wald unterwegs. Gibt es was besseres? |
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| Auf der Rückegasse war schon eine Weile keine Maschine mehr unterwegs. |
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| Aussicht genießen. Die Schlehbeeren werden langsam reif. |
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| Ein wunderbares neues Buch. |
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| Abendessen. Vier Komponenten auf zwei Herdplatten benötigen ein gutes Timing. Wir essen rein pflanzlich, den Tieren und dem Wald zu liebe. |
Sonntag: Waldtag. Rausgehen und den die Zeit genießen. Wir haben schon mal Ausschau nach den Herbstpilzen gehalten. Die Rotfußröhrlinge haben sich schon gezeigt. Und wo es Fliegenpilze gibt's eventuell auch Steinpilze zu entdecken. Zumindest haben wir einen kleinen Fichtensteinpilz gefunden. Die Krause Glucke war dann doch mehr Waldboden und Maden. Schön war es im Wald trotzdem. Kolkraben, ein Reh, Eichelhäher, Rotmilan. An unserem Hexenhäuschen hatten wir heute Besuch von Rotkehlchen, Kleiber, Blaumeise, Kohlmeise, Turmfalke und zwei Eichhörnchen.
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| Ich lieb's! |
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| Auf Pilzschau. |
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| An den Teichen gibt es viel zu entdecken. |









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