KW 37: Diese Woche mag ich wieder an meinen Artenportaits für die Zertifizierung zum Wildniswind Naturmentor arbeiten. Mein Ziel ist gesetzt. Let's go!
Montag: Spontaner Arbeitsausfall. Zeit, um mich in den Park zu setzen. Meine halbe Faltisomatte ist dafür perfekt. Im Park durfte ich heute einen Eichelhäher entdecken, den ich letzte Woche schon gehört hatte. Welch ein Glück.
Nach vielen Jahren hat sich mein 30l Rucksack verabschiedet. Das war mein All-day Backpack. Lediglich für die großen Touren habe ich meinen 60er genutzt. Gute sechs Jahre war mein Rucksack im täglichen Einsatz. Arbeit, Training, Waldtouren. Jetzt löste er sich in einzelne Bestandteile auf. Erst waren es die Außentaschen, jetzt sind es tragende Teile. Schade, schade!
Jetzt habe ich einen 38l Rucksack. Ebenfalls von Decathlon. Der hat die gleiche Farbe wie mein großer.
Danach ging's gleich zum Mittagessen.
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| Weil Freunde kein Essen sind! Tiere finden diese Entscheidung super, die Natur und der Wald auch. |
Dienstag: vor dem Kindwrgarten habe ich Pilze gefunden. Nicht einfach einen Pilz, sondern Hexenröhrlinge. Pilze eignen sich besonders gut als Forschungsobjekte in der Wald- und Naturpädagogik. Wir können Pilze betrachten, daran riechen, sie erfühlen und eventuell auch kulinarisch entdecken. Die erste Frage von den meisten Kindern und Erwachsenen ist: "Ist der giftig?" oder: "Kann man den essen?"
Aber schauen wir mal aus meiner Sicht, wie wir uns einem Pilz nähern können. Die erste Sache ist die der Sicherheit. Es wird nicht probiert und die Finger gehen nicht in den Mund. Jetzt können sich alle den Pilz anschauen und beschreiben, was sie sehen. Dann gehts ans fühlen. Nächste Runde - wer mag schuppert mal dran.
Die letze Runde gehört der Magie vom Zauberpilz. Wir schneiden den Pilz in der Mite durch und alle sind fasziniert. Dann vierteln wir den Pilz und dürfen nochmal die Farbänderung bestaunen. Wow!
Wenn die Kids dann noch erfahren, dass Pilze und Bäume auch Freundschaften eingehen können sind alle im Bann des Pilzes.
In den wenigen Minuten sind wir alle im Hier und Jetzt. Die Kinder nehmen eine erlebte Geschichte mit nach Hause und vielleicht schauen jetzt auch die Eltern genauer hin.
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| Spontane Möglichkeiten ergreifen und die Chance nutzen, um Naturverbindung anzuregen. |
Mittwoch: In der Einrichtung fällt mir sehr positiv auf, dass es viele Angebote mit Naturbezug gibt und besonders positiv, es gibt eine Feuerstelle und mehrere Schnitzmesser. Zudem können Kinder hier in Naturbüchern rumschmöckern.
Donnerstag: Beim Schlendern durch ein Park fallen mit die vielen Blüten des Breitwegerich auf. Der Regen und die Sonne haben auch nochmal dafür gesorgt, dass die Gänseblümchen sprießen.
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| Fast überall im Park ragen die filigranen Blüten-Stängel des Breitwegerich gen Sonne. |
Auf dem Weg zum Training komme ich an einer Bäckerei vorbei und gönne mir ein " Schälchen Heeßen" und eine Laugenbrezel. Es ist Zeit für Recherche zum Friedenspark und meine Gedanken dazu.
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Gedankensplitter: Der Friedenspark – Vom Vergessen und Aufblühen
Draußenzeit. Wenn die Tage vollgepackt sind und auch der Kopf voll ist, zieht es mich immer wieder dorthin zurück, wo ich durchatmen kann - in die Natur. Auch die Stadtnatur sucht sich ihren Weg, immer – und manchmal tut sie das an Orten, die eine ganz besondere, tiefe Geschichte atmen.
In den letzten beiden Wochen habe ich etwas Zeit im Friedenspark im Leipziger Zentrum-Südost verbracht. Wenn ich mich dort morgens für eine Meditation an den Stamm einer alten Eiche setze und die Augen schließe, spüre ich die ganz eigene Energie dieser rund 20 Hektar großen Oase.
Für euren nächsten Spaziergang – oder den Moment, in dem ihr euren Arbeitsweg einfach mal ins Grüne verlegt – habe ich 10 Fakten zusammengetragen. Sie zeigen, warum dieser Park so viel mehr ist als nur eine städtische Grünfläche:
- Die Wurzeln im Neuen Johannisfriedhof: Wo heute große Liegewiesen zum Verweilen einladen, wurde 1846 der Neue Johannisfriedhof eröffnet. Er war über Jahrzehnte ein zentraler Ort des Abschieds in Leipzig.
- Einhundertvierzigtausend Geschichten: Bis zur Schließung im Jahr 1950 fanden hier rund 140.000 Menschen ihre letzte Ruhe. Ein Gedanke, der mich beim Gehen immer wieder ganz automatisch ins Hier und Jetzt zurückholt.
- Spuren des Krieges: Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage schwer getroffen. Die große Friedhofskapelle und die Leichenhalle, einst nach Plänen des Leipziger Stadtbaurats Hugo Licht errichtet, wurden schwer beschädigt und später abgetragen.
- Der große Wandel: In den Jahren 1973 bis 1975 wurde der Friedhof offiziell säkularisiert. Die alten Grab- und Gruftanlagen wurden eingeebnet. Ein tiefer Einschnitt, nach dem sich die Natur das Areal auf neue Weise zurückholen durfte.
- Eröffnung als Park der Jugend: Am 20. Juli 1983 wurde das umgestaltete Gelände neu eingeweiht. Im damaligen Zeitgeist hieß die Anlage allerdings noch nicht Friedenspark, sondern „Johannispark – Park der Jugend“.
- Ein Name für den Neubeginn: Erst nach der politischen Wende erhielt der Park seinen heutigen Namen: Friedenspark. Für mich ein Begriff, der perfekt zu der Stille passt, die man hier heute zwischen den Bäumen finden kann.
- Die Heilkraft im Apothekergarten: Seit 2001 beherbergt der Park ein echtes Highlight: den Apothekergarten. Hier wachsen rund 300 Arznei-, Heil- und Giftpflanzen. Als Naturmentor und Waldbotschafter fasziniert es mich immer wieder zu sehen, wie tief das Wissen um die Kräfte dieser Pflanzen reicht.
- Die Sinne schärfen im Tastgarten: 2007 kam der Duft- und Tastgarten dazu, der speziell für blinde und sehbehinderte Menschen konzipiert wurde. Ein wunderbarer Ort für eine kleine Achtsamkeitsübung: Augen schließen, tasten, riechen und ganz im Moment ankommen.
- Ein Hügel aus Trümmern: Der markante Hügel im Park, der im Winter als Rodelberg genutzt wird, ist künstlich entstanden. Er wurde nach dem Krieg aus den Trümmern und Resten der zerstörten Friedhofsgebäude aufgeschüttet. Ein starkes Symbol für den Kreislauf von Vergehen und Werden.
- Die Sichtachse nach Süden: Wenn man am südlichen Rand des Parks steht, öffnet sich der Blick auf die markante Kuppel der Russischen Gedächtniskirche. Das tiefe Grün der Baumkronen trifft hier auf beeindruckende sakrale Architektur.
Wenn ihr das nächste Mal in der Nähe seid, nehmt euch ein paar Minuten. Sucht euch einen Platz auf einer Bank oder an einem der alten Bäume, lauscht den Vögeln und genießt die Ruhe mitten in der Stadt. Falls ihr mehr Zeit mitbringt, dann könnt ihr den an der Lennèstraße angrenzenden Botanischen Garten der Stadt erkunden.
Freitag: Auf dem Weg zur Arbeit laufen ich durch den Park und entdecke eine Kastanie mit einer riesigen Verletzung. Spannend zu schauen, was hier vol passiert ist.
Eine vorsichtige Vermutung: Die Kastanie hatte einen vermutlich kräftigen, starken Ast an der Seite oder einen Zwiesel. Dieser wurde warscheinlich durch eine Verletzung oder einem Wassertopft (Mulde am Astansatz) mit einem Pilz besiedelt. Bei dem Pilz setze ich auf den Lackporling. Allerding saß dieser in zweieinhalb Meter Höhe und ich konnte ihn nur augenscheinlich bestimmen. Die Fäule (Weißfäule) hat den Baum in den letzten Jahren massiv geschwächt. Der Fruchtkörper ist wirklich groß. Die Trockenheit und wohl auch die Miniermotte setzten den Baum in den letzten Jahren zusätzlich unter Druck. Wenn ein Baum derart geschädigt ist, reichen ein kräftiger Wind mit starken Böen um den Ast abzureißen und beschädigte zudem dabei massiv den Stamm.
Was meinst du zu meiner These?
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| Vom Baum wird wohl demnächst nur noch der Stamm übrig bleiben. Die Struktur ist zu sehr geschädigt, um die Verkehrssicherheit im Park zu gewährleisten. |
Samstag: Der Kulkwitzer See hat jetzt im September noch ça. 20 Grad Wassertemperatur. Das waren schon fast die sommerlichen Höchstwerte der Ostsee in meiner Kindheit. Die kam sonst mit 16 bis 18 Grad Celsius daher. Jetzt außerhalb der Badesaison hat die Ostsee in Boltenhagen bei heutiger tagesaktueller Messung 18°C.
Was ich sagen will... Für meinen Teil eröffne ich jetzt meine Outdoor Badesaison, auch wenn mir das für meine Begriffe deutlich zu warm ist. Ein, ich bin kein hartes Ei, aber die positiven Effekte eines kühleren Bades lassen sich sehr gut wissenschaftlich begründen.
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| Eine Badeente hatte ich auch dabei. |
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| Schön wars. |
Sonntag: Es regnet. Das ist gut so. Vom Waldtag konnte uns das nicht abhalten. Ein paar schöne Stunden im Wald und das Abendessen gab es obendrauf.
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| Manche sind nich so giftig, que Mensch meinen würde. Andere dagen sind tödlich gifitig. |
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| Es gab viele Pilze zu entdecken. Ein paar davon durften in den Korb. Bitte nehmt nur mit, was ihr zu 100% bestimmen könnt und haltet euch an die Handstrauss-Regel. |
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| Behitsam durch den Wald gehen, ganz ohne Hast und Eile. |
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| Spannendes gibt's im Wald immer zu entdecken. Wandering macht's möglich. |
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| Ich liebs! |
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