Benno, dass ist der Bauwagen auf den Fotos. Am letzten Wochenende war er unsere Homebase. Mitten in der Natur gelegen, ist das für uns Stadtkinder schon ein Traum. Wir haben uns für dieses Jahr vorgenommen, dass wir mindestens einmal im Monat die Stadt zu verlassen und alternative Unterbringung und Draußenzeit zu verknüpfen. Benno war ein großartiger Auftakt. Der Wagen steht an der ehemaligen Innerdeutschen Grenze zwischen Bayern und Thüringen am Rande des Ortes Tettau. Unweit von Benno befindet sich auch der Rennsteig. Beste Vorraussetzungen für ausgedehnte Wandertouren und Ruhe. Zur Geschichte von Benno und zur Buchung von Übernachtungen verlinke ich hier gerne die
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Tag 1
Wir durften unsere Sachen schon vorher in Benno packen und haben uns erstmal einen Kaffee gekocht, nachdem wir sehr herzlich von der Vermieterin empfangen wurden. Nach kurzer ,aber gründlicher Einweisung, könnten wir uns wirklich entspannt auf das Wochenende vorbereiten, was bei uns bedeutet, eine Tour zu planen, Proviant im Rucksack zu bunkern und rauszugehen. Unsere Tour führte uns in den Fränkischen Teil der Umgebung. Fichten, Sonne und Schnee, blauer Himmel, Berge und Täler. Die Bedingungen für eine schöne Tour könnten kaum besser sein. Das erste Ziel war die ehemalige Grenze, direkt am Ortsrand von Tettau. Meine eigene Geschichte lässt immer wieder viele tiefgreifende Fragen aufkommen. Zur Wende war ich fast 17 Jahre alt und bin seit 2016 als "Opfer von DDR Unrecht" anerkannt. Aber dazu gerne mehr Auskunft in einem anderen Blockbeitrag.
Ein paar hundert Meter weiter waren wir schon im Wald. Die geschlossene Schneedecke zeigte sehr gut, wie viele Tiere ihre Trittsiegel hinterlassen hatten. Eine fantastische Möglichkeit meine Fähigkeiten im Spuren lesen zu erproben. Auf einigen Wegen waren wir die ersten Menschen, die durch den Schnee stapften. Wir bewegten uns ausschließlich auf Forstwegen, was bei den Bedingungen und unserer Ausrüstung eine gute Entscheidung war.
Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir wieder am Bauwagen. Zeit die Beine hochzulegen, Essen zu kochen und die Wärme zu genießen.
Tag 2
Die Nacht in Benno war sehr erholsam. Ich hatte trotz -9 Grad Außentemperatur nicht gefroren. Nach der Morgentoilette heizte ich den Ofen an und wir tranken den ersten Kaffee des Tages im Bett. Von dort aus hatten wir eine super Sicht auf die Umgebung. Den Tag starteten wir sehr gemütlich und waren erst gegen 12 Uhr auf Tour. Unser Weg sollte uns durch den Thüringer Teil der Umgebung führen.auf dem Plan standen der Dichterwald, ein Teilabschnitt des Rennsteig, die "Spuren der Grenze" und Teilabschnitte des Lutherweg auf dem Programm. Ein paar Hunter Meter nach dem Start ereilte uns auf erschreckende Art und Weise eine tiefe Ernüchterung. Der Wald war auf vielen Teilen dieses Weges über Kilometer hinweg nicht mehr existent. Einfach abgeholzt. Das Bild wurde von Baumstümpfen und tiefen Fahrspuren dominiert. Kahlschläge, so weit der Blick reichte. Ich hätte heulen können. Ich war innerlich zerrissen. Wie soll ich bei solchen Bildern Bildung für nachhaltige Nutzung machen? Wie soll ich Naturpädagogik vermitteln? Wie soll ich Wildnispädagogik betreiben? Wie, wenn es keine Wildnis, keine Natur mehr gibt? Mir fehlten und fehlen die Worte, die ein positives Naturbild, eine Naturverbundenheit schaffen sollen. So viel Zerstörung hatten wir nicht erwartet. Wenn Klimawandel auf Profitstreben auf eine Forstwirtschaftliche Monokultur knallen und der Borkenkäfer durch Menschen gemachte Probleme begünstigt wird, dann werden Natur und Erholung in der Natur die Verlierer sein. Wieso darf so eine kleine Lobby aso viel Macht besitzen, um ganze Regionen auf Jahrzehnte unattraktiv zu machen und den Lebenswert so dermaßen beschneiden? 300 Millionen Jahre Bäume und Wald. 300 Tausend Jahre moderner Mensch. 300 Jahre Forstwirtschaft. Ich hoffe so sehr auf Einsicht, dass das mit der Forstwirtschaft aus dem Ruder gelaufen ist, dass unsere Art zu Leben die Zukunft nachfolgender Generationen gefährdet.
Ein paar kleine Stichpunkte, die mir so einfallen.
- Holzverbrauch für Bauholz, Möbelholz, die Papierherstellung, aber vor allem für Brennholz.
- Flächenverbrauch für Landwirtschaft, vor allem für die Fleischproduktion und Bereitstellung für Futtermittel
- Flächenverbrauch für Straßen, für Wohnflächen und Industriegebiete
Wie lange soll das noch gut gehen, was wir der Erde antun?
Mein Fazit;
Benno ist ein Traum von Wagen und eine Reise wert. Bennos Standort ist wunderschön gelegen.Der fränkische Wald war für mich der schönere. Der Thüringer Teil wird wohl noch einige Jahrzehnte brauchen, um wieder mit Wald locken zu können. Andererseits ist es eine gute Möglichkeit zu reflektieren, wie wir in Zukunft leben wollen. Wer Geschichte und Kulturgeschichte erleben möchte, ist in der Region gut aufgehoben.
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| Darf ich vorstellen? Benno. |
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| Benno ist mit sehr viel Liebe zum Detail gebaut und eingerichtet. Das ist ein wirklicher Wohlfühlort. |
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| An der ehemaligen Innerdeutschen Grenze. |
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| Spurensuche im Schnee. Leichter geht's nicht. |
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| Verschneiter FichtenfoWinterwald. Ich mag es sehr. |
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| Spechthochhäuser und gefrorenes Moos. |
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| Zeit für einen heißen Tee. |
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| Zwiegespalten |
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| Sonnenuntergang am Kuhberg |
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| Nach der Tour ist vor der Tour. Die Ruhe und Wärme genießen und die nächste Tour planen. |
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| Tag 2 |
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| Wanderschild overload. |
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| Licht und Schatten dDunkler Wald und glitzernder Schnee. |
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| Die äußerst unschönen Auswirkungen der Forstwirtschaft. |
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| Kilometerweite Kahlschläge. Nur am Borkenkäfer liegt's nicht. Die fahren keine Waldböden kaputt und sägen auch keine Bäume ab. Noch weniger pflanzen sie Baumplantagen. |
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| Ich hoffe, du wirst nicht wegen deinem Fleisch gehalten. Aber warum sperren wir Tiere in Gatter, wenn auch ein großes Gatter, in einem Gebiet wo eigentlich wilde Tiere leben können? |
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| Immer wieder tauchen die Spuren der Geschichte auf. |
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| Da stand mal Wald. |
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