Wenn ich die mentale Bedeutung meiner Weiterbildung fassen sollte, komme ich oft an meine Grenzen. Gelegentlich kratzt meine Ausbildung an Themen, die ich eher verdrängen würde. Die Natur ist eine großartige Lehrerin und Wildniswind hilft mir mit einem roten Faden, die Natur auf unterschiedlichste Art und Weise zu erleben. Ich sehe Dinge, die mich begeistern, die mich zum staunen bringen, aber auch Dinge, die mich tief traurig stimmen. Wenn ich die Zerstörung in der Natur sehe, dann fällt es mir oft schwer zu sehen, welche Schönheit es trotzdem zu entdecken gibt. Manchmal bin ich sehr "Kopflastig". Da tut es gut einfach rauszugehen und den Wandering Modus einzuschalten. Meine Methoden dazu? Sitzplatz, Atemmeditation, Eulenblick und Fuchsgang. Dieser Schalter funktioniert tatsächlich famos. Aus meinem trüben Blick wird ein sehr klarer. Aus meiner Trauer wird Hoffnung. Aber woher kommen diese Gefühle? Die Natur zeigt mir ihren unbändigen Lebenswillen. Tiere, Pflanzen und Pilze suchen sich ihren Platz und füllen diesen mit Leben. Die evolutionäre Anpassung der Arten ist beeindruckend. Im Kreislauf des Lebens hat alles einen Platz und steht miteinander in Verbindung. Zum Leben gehört auch der Tod. Das Ableben eines Individuum schenkt anderen neues Leben. Die Natur zeigt mir die Schönheit des Lebens und dessen Endlichkeit. Die Natur zeigt mir meinen Platz und gibt mir Antworten. Manchmal wirft sie Fragen auf und fordert mich auf nach Antworten zu suchen. Sollte ich mal nicht weiterkommen, helfen mir meine Wildniswind Mentorinnen oder andere Windies. Meine Verbindung zur Natur wird immer tiefer, desto mehr ich mich als deren Teil verstehe. Je mehr Zusammenhänge ich begreife, umso größer wird meine Demut vor dem Leben. Wenn ich unterwegs bin habe, bin ich nicht im Social Media Strudel. Bis auf die Umgebungsgeräusche, herrscht Stille. Im Wald werden die äußeren Reize nochmals gedimmt, was ich als wohltuend empfinde. Mit der Stille kommen aber auch nach einiger Zeit in mir Fragen auf. Wo ist mein Platz in dieser Welt? Wie ist mein Einfluss auf diese Welt und welchen sozialen und ökologischen Fußabdruck habe ich bisher hinterlassen? Wie bin ich im sozialen Netzwerk aus Familie, Freund:innen, Hobby und Beruf eingebunden und welche Rollen nehme ich dort ein? Wird mir das selbst gerecht?
Ich musste erst lernen und lerne noch immer, wie ich mit der Stille und den Fragen umgehe soll, kann und werde. Ich merke, wie die nie verebbenden menschlichen Geräusche der Großstadt mich gelegentlich sehr stressen, der Geruch der Zivilisation eher zum Gestank wird. Ich sehe die ungefilterte Zerstörung durch Konsum. Jedes Mal kommt die Fragen auf, was ich dazu beigetragen hatte und was ich noch beitragen werde. Solche Fragestellungen waren noch nie so präsent, wie in den letzten beiden Jahren, als ich in die Naturverbindung gegangen bin. Wenn ich Menschen gemachte Verletzungen an der Natur sehe, dann sehe ich auch die Verletzungen in mir. Manchmal deutlicher, wie ich es ertragen mag. Einige traumatische Ereignisse in meinem Leben, die mich zum Burnout führten, bestimmten einen Großteil meines Lebens. Wenn ich draußen unterwegs bin, werde ich aber auch versöhnlicher mit meiner Vergangenheit, bin im Jetzt und schöpfe Kraft und Zuversicht für die Zukunft.
Mein Kind, meine Partnerin und die Bewegung in der Natur gaben mir Mut und neue Perspektiven. Einige Menschen haben mir ermöglicht, neue Dinge auszuprobieren. Wie zum Beispiel meine Wildniswind Weiterbildung. Dafür bin ich aus ganzem Herzen sehr dankbar.
Zu guter Letzt ein paar Bilder aus Woche 22. Ich hab diesmal ein anderes Format gewählt.
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| Wandering, Sitzplatz an der Lauer, Löffel schnitzen und ein neuer Tarp Aufbau. |
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| Der Frühling kommt. Krokus, Winterling, Schneeglöckchen, Erle, Sal-Weide, gefleckter Aronstab, Gundermann und Bärlauch |
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| Cospudener See, Wandern und Wandering bei schönstem Wetter. An diesem Tag war ich 18 Kilometer unterwegs. Schilf am See, Totholz, Eichengallen, Winterlingen, Krokusse, die Sonne genießend |
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| Ein anderer Tag, eine andere Wanderung. Diesmal der Schladitzer See. |
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| Wie viele unterschiedliche Stimmungen kann man bitte innerhalb von drei Stunden erleben? |
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| Weidenkätzchen, schon wieder Eichengallen, Sanddorn, Ebertwurz, Wildrose (Hagebutte), Silber-Weide |
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Rausgehen und staunen
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