Viele Erlebnisse und noch mehr Gedanken. Die letzten beiden Wochen im Januar waren wirklich spannend.
Arbeitsweg Part 1
Meine Arbeit führt mich über das Jahr verteilt in die verschiedensten Stadtteile meiner Stadt. Das sind Gelegenheiten, die ich sehr schätze. Ich lerne neue Menschen kennen und ich nutze dann gerne die Möglichkeit, um mich etwas genauer umzuschauen. Mein Blick weitet sich um mehr wahrzunehmen und ich bin bewusster, aufmerksamer in solchen Momenten. Als angehender Naturmentor suche ich nach Pflanzen und Tieren. Schaue, wie die baulichen Gegebenheiten sind, woher das Licht kommt, wie viele Brachflächen es gibt, wie die Parks angelegt sind. Alles bietet mir einen Raum für Entdeckungen. Gelegentlich gehe ich dann in den Fokus und schaue mir das Entdeckte etwas genauer an und manchmal erzählen mir Flora und Fauna kleine Geschichten. Zum Beispiel zwei Gruppen von Elstern. Eine aus fünf Tieren bestehend, ein aus drei. Während die größere Gruppe die Antennen eines Hauses in Beschlag nehmen, versuchen die drei anderen Tiere ihren Unmut darüber kund zu tun und fliegen provozierend nah an die größere Gruppe heran, die aber stoisch auf ihrem Platz verharrt. Nach wenigen Minuten zogen die drei Elstern davon. Eine andere Beobachtung waren eine Schar Sperlinge. Zwei der Tiere schienen eine handfeste Streitigkeit auszutragen. Keines der beiden Tiere wollte klein beigeben der Streit verlagerte sich von der Hecke auf ein Dach, von dort in die Regenrinne eines flachen Anbau und von dort fast ungebremst, immer noch in einander verhakt, bis auf den Boden. Erst ab da war wieder Ruhe und beide kehrten zu den anderen Tieren der Schar zurück. War es tatsächlich eine ernsthafte Auseinandersetzung oder doch nur Spieltrieb? Ich habe von so wenig Dingen Ahnung. Danke, dass ich für den Moment dabei sein durfte.
Auf dem Schulhof entdeckte ich einige Tannen. Spannend. Wer kam hier auf die Idee Tannen zu pflanzen und warum? Die dominierenden Nadelbäume in meiner Stadt sind primär Eiben und Fichten. Gelegentlich stehen auch Kiefern in den Gärten. Eiben kommen auf Grund ihrer Giftigkeit auf einem Schulhof nicht in Betracht. Warum aber Tannen?
Arbeitsweg Part 2
Der Weg zu einem zweiten Arbeitsort, ebenfalls eine Schule, war fußläufig und führte mich knapp 20 Minuten entlang von einem Park, vorbei an Kleingärten, zu den Böschungen einer stark frequentierten Bahnlinie. Der Ort selbst liegt zwischen einem Park und einer Eigenheimsiedlung und hatte selbst eine große Außenfläche mit reichlich Platz und einer Park-ähnlichen Struktur. Viel Platz für Tiere und Pflanzen. Auf dem Gelände selbst wurden ein Dutzend Sumpf-Eichen gepflanzt. Ein Baumart, die hier nicht heimisch ist, aber immer mehr Verbreitung findet. Wären andere Bäume nicht sinniger? Eine Schwierige Frage. Heimische Eichen bieten dem Eichenprozessionsspinner ein zu Hause. Eine sehr ungünstige Konstellation, wenn sich diese auf einem Schulgelände einnisten. Eschen haben durch das Eschentriebsterben (Pilzbefall) keine lange Überlebensdauer. Aber was ist mit Linden? Das Ausschlusskriterium für die Linde würde mich ernsthaft interessieren. Klebrige Schuhe im Sommer? Was wäre mit Ahorn? Ich frag besser nicht weiter.
Zu meinem Leidwesen wurde mein Arbeitsweg von unzähligen Haselnusssträuchern gesäumt. Für mich immer ein weinendes und ein lachendes Auge. Ich mag Haselnuss. Ich mag nur deren Pollen nicht. Die männlichen Blütenstände waren kaum zu übersehen und die Wirkung auf meinen Körper war teilweise sehr unangenehm. Tränende Augen, laufende Nase, Abgeschlagenheit. Schön sind die Hasselkätzchen dennoch und die Blüten zogen mich trotz ausgeprägter Allergie direkt an die Sträucher ran.
Wandern
Zu guter Letzt hatten wir noch eine Wanderung unternommen. Unser Weg führt uns nach Jena in Thüringen. Die Saale Horizontale gilt nicht umsonst als einer der schönsten Wanderwege in Deutschland und wir wollten zumindest einen Teilabschnitt des 91 Kilometer langen Weges absolvieren Die Stadt Jena liegt ca. eine Autostunde von Leipzig entfernt. Wir haben uns auf Grund der guten Zugverbindung für den öffentlichen Nahverkehr entschieden. Vom Bahnhof Jena Göschwitz ging es durch einen Park an der Saale direkt auf verschlungene Wanderpfade, die uns recht steil gut 200 Höhenmeter nach oben führten. Die Muschelkalkhänge ragen hoch über die Stadt hinaus und das macht für mich den Reiz der Stadt und der Landschaft aus. Den Rest der Geschichte lasse ich durch die Bilder erzählen.
Mehr Informationen rund um die Saale Horizontale gibt es hier https://www.natura-jenensis.de/saalehorizontale
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| Schmale Wege, Steilhänge, grandiose Aussicht. |
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| Weitsicht. Die Saale Horizontale lädt immer wieder dazu ein in die Ferne zu schauen. |
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| Eine Sommerlinde, die schon ein paar Tage auf dem Buckel hat. |
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| Wer wilden Wacholder mag, muss hier nicht lange suchen. |
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| Öffnungen im Muschelkalk. Es ist sehr faszinierend oberhalb der Stadt auf altem Meeresboden zu laufen. |
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| Mein Lieblingsbild. |
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| Windstille Pausenplätze gab's an diesem Tag leider keine. |
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| Große Buchen säumten den Abstieg. |
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| Für Leute, die Stadt, Kultur und Wandern mögen ist Jena ein lohnendes Ziel. |
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| Tatortbetrachtung. Was war hier geschehen? Wer das Opfer, wer der Täter? Die Federn lagen über einen großen Bereich verteilt. Das Bild sieht dafür relativ harmonisch aus. |
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| Wer hat den Ameisenhaufen geplündert? |
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| Pilzfaszination. |
Entdeckungen auf dem Weg zur Arbeit
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Der Winter gibt den Blick auf ein paar Nester frei.
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