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Woche 28 - Wandern und Waldbaden

Montag: Na gut. Wo soll ich anfangen? Arbeitsausfall. Der Versuch mich nicht runter ziehen zu lassen. Kein Geld verdient und draußen regnet es. Für die Natur ein Segen. Immerhin hat es seit fast zwei Wochen kaum Niederschläge gegeben. Aber es ist auch ein finanzieller Niederschlag für mich. Was solls. Also beginne ich, den Tag sinnig zu nutzen. Wäsche machen, Podcasts hören und etwas für meine Wildniswind Weiterbildung machen. Am späten Nachmittag nochmal rausgehen und schauen, wie es sich mit der Sommerzeit anfühlt.

Zum Monatsende hab ich mir dann noch was geleistet - ein neues Arbeitsbuch fürs Nature Journaling. Zum ersten Mal habe ich einen Kladden mit hochwertigem Papier geleistet. Das Buch fühlt sich richtig gut an und es zwingt mich zum sauberen arbeiten. Zeichnen mit Bleistiften und Radierungen funktionieren hier deutlich besser. Mit meinen Füller bin ich vorsichtiger geworden, was sich positiv auf das Schriftbild auswirkt. Mal schauen, wie lange die Patronen reichen, denn ich schreibe mit einer breiten Kalligraphie-Spitze. Mit der feinsten Schreibspitze zeichne und schreibe ich kleine Randnotizen. Der Stil gefällt mir persönlich ganz gut. Vielleicht werde ich noch minimal mit Buntstiften noch ein wenig Farbe ins Spiel bringen. 

Mit Tinte & Bleistift

Dann war da noch meine Draußenzeit. Abschalten. Den Gedanken freien Spielraum lassen. Den Blick weiten, die Ohren spitzen und die Nase in den Wind stecken. Nach 15 Minuten merke ich, wie im Flow bin. Die Anspannung des Tages löst sich und meine Wahrnehmung nimmt zu. Ich höre den Vogeln zu. Irgendwo war ein Grünspecht zu hören. Zwei Kohlmeisen zeigen sich überrascht. Ich schrecke ausversehen einen Kleinspecht auf. Irgendwo wird bestimmt ein zweiter sitzen. Beide beruhigen sich. Ich bin auf einem Pfad unterwegs und erfreue mich am Grün und den Blüten der Pflanzen. Einige Male bleibe ich stehen und mache schnell ein paar Fotos. Ich biege auf das letzte Stück der "Neue Linie", kurz vorm Wolfswinkel ein. Etwas entfernt nehme ich das Gezeder einer Amsel wahr. Ich bleibe kurz am Gedenkstein des ehemaligen KZ Außenlager stehen und berühre den Stein und bin traurig und demütig zugleich. Die letzen einhundert Meter vor meinem Sitzplatz bin ich wieder umgeben von Bäumen und stehe in einem duftenden Blütenmeer der wilden Obstbäume. Wie schnell sich innerhalb einer Woche alles ändert. Es zieht wieder Ruhe ein, als ich meinen Platz erreiche. Ich packe fast schon rituell meine Sitzunterlage aus, setze mich und bereite mir einen Tee. Dann starre ich aufs Wasser und versinke ins Sein. Ich freue mich über die Fische, die im flacheren Wasser ihre Bahnen ziehen und gelegentlich ein paar Zentimeter hochspringen. Ich freue mich über die Stockenten, die Zwergtaucher, die vorbeiziehenden Kormorane und im Schilf lässt sich der kleine Vogel blicken, den ich immer noch nicht bestimmt habe. Knapp über meinen Kopf fliegt ein Rabenkrähen Paar. Im Hintergrund sind die kleinen Singvögel aktiv. Ich bleibe lange sitzen, koche mir noch einen zweiten Tee und verlasse dann mit Einbruch der Dunkelheit meinen Platz. Der Weg führt wieder an den weißen, duftenden Blüten vorbei und ich gehe noch einmal mit meiner Nase ganz dicht heran, um diesen Duft tief zu inhalieren. Als ich auf die Holzbrücke zu gehe, fliegt über mir ein Graureiher Richtung Auwald die Batschke entlang. Ich bin sehr dankbar für diesen Tag, dieses Naturerlebnis und laufe nach Hause. Am liebsten hätte ich aber an meinem Sitzplatz übernachtet. 

1 links oben - Blick über die Lauer 
2 rechts oben - kleine, frische Trameten. Ob die Schnecke Bock drauf hat?
3 Mitte von links nach rechts - weißer Lerchensporn, Trauben Hyazinthe, Kirschpflaume 
4 links unten - zweiblättriger Blaustern 
5 rechts unten - frisch gekocht schmeckt es immer noch am besten 

Dienstag: Gleiches Spiel wie gestern. Ich sitze in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, als mich die Nachricht erreicht, dass ich nicht arbeiten werde. "Shit!", denke ich in dem Moment und drei Atemzüge weiter: "Dann gehe ich halt wandern," "Klingt ziemlich trotzig", mahnt meine innere Stimme, die diesen inneren Monolog durchbricht.

Also schnell in die Kita und eine Unterschrift abholen, dann ins Büro fahren und Arbeitsnachweise abgeben und los geht's. Mein Startpunkt ist der Felsenkeller. Mein Ziel die Burgaue, der Schlosspark Lützschena und die Auwaldstation und dann weiter in Richtung Schkeuditz.

Dörfliche Strukturen und schöne Wanderwege. 

In der Auwaldstation habe ich mir die kostenfreie Ausstellung angeschaut. 

Kreative Lösungen gefragt.

Kanadische Pappel

Die Burgaue weiß mit schönen Wegen zu überzeugen.

Typischer Hartauenbaum - Die Esche

Im Palmengarten - Platane mit Gewebeschwäche 

Schlüsselblume und Buschwindröschen 

Donnerstag: Ich habe es dann doch noch an die Lauer geschafft. Einfach entspannt sitzen und gelegentlich liegen. Gesundheitlich war ich nicht ganz auf der Höhe, aber die Zeit am See tat wirklich gut. Mein Highlight waren die Schwäne, die mehrfach über den See flogen. 

Sonne im Gesicht und mir was gutes tun. 

Freitag: Waldbaden. Heute in der Luxusversion. Ich hab es tatsächlich getan und mir eine Hängematte geleistet und diese natürlich gleich ausgetestet. Ich weiß nur, dass diese Entscheidung die richtige war. Ich hatte das Bedürfnis gleich im Wald liegen bleiben zu wollen. Das was ich jetzt schreibe ist unbezahlte Werbung. 

Ich habe mich bewusst für eine Hängematte des Herstellers Amazonas entschieden und mir eine Moskito- Traveller Thermo gekauft. Diese Hängematte hat ein Moskitonetz und ein extra Fach für eine Isomatte. Das macht die Hängematte ganzjährig nutzbar. Als Aufhängung habe ich mich für die Adventure Rope entschieden. Diese leisten zwar "nur" 150 Kogramm Traglast, aber das reicht mir vollkommen aus. 

Vorerst werde ich die Hängematte mit meiner Isomatte,, meinem Tarp und meinem Schlafsack nutzen, habe aber vor mir noch das Zubehör von Amazonas (Under Quilt, Top Quilt, Tarp,, Tarp Socks) zu kaufen. Ich möchte die Hängematte in allen Jahreszeiten für Overnighter nutzen können und so meine Draußenzeit erheblich verlängern. 

Lerchensporn & Buschwindröschen. Kraft sammeln fürs nächste Jahr. Die kurze Zeit, des Lichts - bevor die großen Bäume ihr Blätterdach aufspannen - nutzen diese Pflanzen höchst effektiv. 

Mitten im Wald abhängen und die Zeit genießen. 

Sonntag: ein paar Stunden mit der Hängematte abhängen. Ich habe die Matte mit der Isomatte und einem leichten Schlafsack getestet. Das ließ sich gut aushalten und ich freue mich auf weitere Tests.

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