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Woche 41

Der Wetterbericht für diese Woche ist echt nicht ohne. Temperaturen, teils deutlich über 30 Grad und kein Regen in Sicht. Allerdings wächst die Waldbrandgefahr und die Gefahr von lokalen Unwettern auch. Hitze ist gefährlich sind kann tödlich sein. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, bei solchen Temperaturen als Zimmermann auf dem Dach zu stehen. Wirklich nicht. Was ist mit Menschen im  Straßenbau, in der Landwirtschaft, diejenigen, welche Post und Pakete austragen? Was bedeutet es für schwangere Frauen, für alte Menschen, für Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen? Als angehender Naturmentor Frage ich mich auch, was ist mit den Tieren, Pflanzen und Pilzen? Wie kommen diese durch die Trockenheit und Hitze? Was bedeutet die Hitze für mich?

Montag: ich sitze in der Kita und male Käfer. Einige Kinder fragen mich, was ich da denn mache. Schon sind wir im Gespräch. Ich stelle Fragen. Viele Fragen. Magst du Käfer? Welche Käfer kennst du denn? Wie viele Beine haben eigentlich Käfer? Wie ist das denn bei Spinnen? Was fressen Käfer eigentlich? Gibt's Tiere, die Käfer fressen? Was können Käfer eigentlich besonderes? 

Meinen gemalten Hirschkäfer und den Marienkäfer kennen scheinbar alle. Haben dich die Fragen animiert nach Antworten zu suchen? In der NABU Naturgucker Akademie gibt es einen kostenfreiem Kurs zu Käfern.

Am Abend bin ich noch an den See gefahren. Wie zu erwarten waren viele Leute da. Nichtsdestotrotz gab es als Belohnung einen von Glühwürmchen, ebenfalls Käfer,  gesäumten Heimweg. 

Hängematte am See. So richtig Ruhe kommt nicht auf. Es sind Ferien und die Temperaturen rufen nach Abkühlung. 

Dienstag: Ich finde in der Kita Zeit, um meine Käfer weiter zu malen. Zudem hatte ich ein Buch mitgenommen und mit den Kindern angeschaut. Natürlich hatze ich viele Fragen zu den Bildern und war erstaunt, was bereits für ein Wissen vorhanden war. 

Heute vor der Arbeit hatte ich wieder einen Block vom NABU Käfer Kurs absolviert und hoffe, dass ich diesen bis zum Ende der Woche abschließen kann. Für den Kurs "Vögel"der NABU Naturgucker Akademie fehlten mir noch ein paar kleine Module und der Abschlusstest. Der dritte große Kurs ist damit in Sack und Tüten. 

So wunderbar wie Edith Holden kann ich wahrlich nicht zeichnen. Aber immerhin erkennen die Kinder, was ich gemalt habe. 

Mittwoch: 37°. Hitzerekord zum Beginn des Sommers. Zudem gibt's Wasserstress. Es hat zu wenig geregnet und der Grundwasserspiegel ist deutlich gesunken. Ich kann nur an unseren Verstand appellieren und wünsche mir, dass wir im kleinen mit dem Wandel beginnen. Wir können nicht darauf warten, dass Politik und Wirtschaft etwas am jetzigen Zustand ändern. Wir sind der Wandel. Wir entscheiden über unsere Zukunft durch und Handeln. Unsere Ernährung, unsere Art zu reisen, unser Konsumverhalten tragen dazu bei, Dinge zu verändern. 

Aber jetzt die schönen Dinge. Wasserschlacht mit den Kids in der Kita. Schwitzeschlacht mit den Kids und Teens im Training. Der Vormittag war noch ganz akzeptabel im Schatten unter den Bäumen zu ertragen. Ab Mittag würde es zäh, sehr zäh. Als ich die Kita verließ, wurde ich von einer heißen Wand zerdrückt. Auf dem Fahrrad war es in der Sonne kaum auszuhalten. Trotz der Hitze hatten wir unseren Spaß im Training. 

Donnerstag: Das Thermometer klebte bei über der 20° Marke in der Nacht fest. Tropische Nächte sind absolut nicht mein Ding. Immerhin verspricht der Tag Abkühlung durch Regen. Nach der Arbeit hatte ich noch ein Arbeitsgespräch zu anstehenden Gewaltpräventionskursen, was aber  auch weniger Zeit für Naturverbindung bedeutet. Aber die Arbeit in der Gewaltprävention ist mir wirklich wichtig. Kann ich eigentlich Gewaltprävention und Naturmentoring zusammen bringen? Ich finde, dass ist eine spannende Frage.

Freitag: eine abendliche Runde zum Hakenteich im Auwald war ein schöner Ausklang des Tages. Es ist schön zu sehen, wie viele Vögel hier noch aktiv sind. Ich musste aber auch feststellen, dass ich seit Montag nicht wirklich Draußenzeit hatte.

Samstag: Eine weitere Fragestellung für diese Woche. Wie soll es nach Wildniswind weitergehen? 

Mir ist schon länger klar, dass die Weiterbildung bei Wildniswind lediglich ein Zwischenschritt sein kann. Wenn auch ein riesiger Schritt für mich. Wo soll mich meine weitere Reise hinführen? Wie möchte ich weiter machen? Welche Bereiche der Wildnispädagogik und Naturpädagogik haben mich besonders inspiriert und was würde ich gerne vertiefen? Was fehlt mir noch? 

Ich habe einige Ideen im Kopf schon hunderte Male durchdacht, bin auch oft gedanklich stecken geblieben. Mir ist klar, dass ich als Naturmentor wirken möchte. Mir ist bewusst, dass sich viele Menschen nach mehr Naturverbindung sehnen. Wie bringe ich also Menschen bei, dass wir selbst Teil der Natur sind und all unser Wirken auch direkten und indirekten Einfluss auf die Natur hat? Dass wir ohne Natur nicht leben können? Angesichts von großen Lobbyinteressen, die eine weitere Ausbeutung unseres Planeten befeuern, denen die Profite wichtiger sind, als unsere Erde, fühle ich mich oft winzig.

Alleine fürs Militär wurden im Jahr 2024 weltweit ca. 2.720.000.000.000 US Dollar ausgegeben. Für die Produktion neuer Rüstungsgüter wird die Erde umgegraben, um Metalle und seltene Erden zu fördern. Wird die Erde durchbohrt, um Öl und Gas zu fördern. Werden Sand und andere Baustoffe aus der Erde gerissen, um Strukturen zu bauen, die ausschließlich dem Militär dienen. Das Alles wurde und wird aus Machtbesessenheit, Gier und Angst geboren. Was würde passieren, wenn wir solche gigantische Ressourcen in Ernährungssicherheit, Naturschutz und Bildung einsetzen würden? 

Und dann komme ich daher. Reicht es aus, wie ein Tropfen Wasser Stück für Stück den Stein auszuhöhlen um eine langfristige Veränderung zu erzielen? Ist das bei den drängenden Fragen unserer Zeit auch das angemessene Tempo? Bin ich mit meinem eigenen Handeln auch Vorbild genug um auch positiv auf andere Wirken zu können? 

Sorry, wenn ich so hart in die Tasten haue. Aber ich fühle mich gelegentlich wie Sisyphos, der immer wieder versucht den gleichen Stein den Berg hinauf zu rollen, um kurz vor dem Ziel ohnmächtig dabei zuzuschauen, wie der Stein wieder hinunter rollt. 

Der Vortrag von Dr. Mark Benecke "Time ist Up", den ich mir heute angeschaut hatte, war echt hart, aber Augen öffnend.

Sisyphos bei der Arbeit. Dieses Bild entstand Ende März dieses Jahres in der Sächsischen Schweiz.

Sonntag: Ich habe heute den NABU Naturgucker Akademie Kurs "Allgemeine Stadtnatur" abgeschlossen, den ich schon vor längerer Zeit begonnen hatte. Das war jetzt mein vierter abgeschlossener Kurs beim NABU. Der Käferkurs muss sich noch etwas gedulden. Das Thema ist spannend, aber ich hatte keinen Bedarf mich gerade weiter darin zu vertiefen. Spannend bleibt es trotzdem. Fakt: jedes vierte von Menschen beschriebene Tier ist ein Käfer.

Wir lesen uns nächste Woche.

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