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Woche 45

Vorschau: Mal kurz von zu Hause ausbrechen. Dafür braucht es keine weite Reise. Ein paar Tage Alltagsflucht und die grauen Windungen im Kopf gerade rücken, um im Alltag zu funktionieren. Das mag zwar drastisch klingen, aber wenn du ehrlich zu dir selber bist, dann ist das genau die Realität in der wir leben. Was würdest du tun, wenn du nicht von deinem Job und deinen finanziellen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten abhängig wärst? Was würdest du tun, wenn dich deine familiären und sozialen Verpflichtungen ein paar Tage oder Wochen nicht binden würden? Wie würde dir die Utopie gefallen, Vorraussetzung ist, wir bleiben alle solidarisch miteinander, dein Leben so zu gestalten, wie du es für richtig erachten würdest? By the way... Ja, ich bin ein Tagträumer.

Montag: Es hat die ganze Nacht über mal mehr, mal weniger geregnet. In den kurzen Pausen kann ich vom Fenster aus die Wespen sehen, wie sie aktiv um ihren Bau fliegen, der sich im Dachgiebel des Hexenhäuschen befindet. Die Vögel waren schon vor der Dämmerung aktiv. Zwar ist es etwas leiser geworden, als noch im Frühjahr oder Frühsommer, aber es ist immer noch richtig was los bei den Piepsies.

Mit ausgedehnter Tagesfreizeit lässt es sich gemütlich in den Tag starten und falls ich mal eine Pause brauche, hängt draußen die Hängematte. Diese macht gerade den Stresstest bei Dauerregen und ich bin sehr angetan, was sie leistet. Tarp und Abtropfschnüre sind dabei unerlässlich.

Schnüre ist auch eines der Themen der Woche. Da kann ich euch gerne mit auf Reisen nehmen und hier ein paar Ergebnisse fotografisch festhalten. Mit Gras hatte ich ja schon im Sommer Schnüre gemacht und ein paar Kids in der Kita mit Armbändern, Haarbändern und einer Spielzeug-Angel beschenkt. Diesmal werden es Schnüre aus Brennnessel und Brombeere.

Aussicht mit Weitblick. Wir haben die Regenpause für einen kleinen Ausflug genutzt. 

Einfach ne Menge Plastik um einen Baum wickeln und festschrauben. Fundstück in einem Eichen-Kiefern-Forst. Kann mich mal bitte wer aufklären?

Wilde Möhre und Schlehdorn. Beides ist essbar. 

Einfach schön. Manche Kulturlandschafen berühren mein Herz tief innen drin. 

Aufpassen, wohin Mensch die Füße setzt. Manche Dinge lassen mich einfach staunen. 

Dienstag: Ja, ich liebe Tee... und Bäume... und Blumen... und Kunst. Heute ging's zum Werksverkauf von Goldmännchen Tee und danach in den Botanischen Garten in Jena. Im Botanischen Garten gab es zudem eine Ausstellung. Da muss ich erst nach Jena fahren um einen in Leipzig lebenden und schaffenden Künstler zu entdecken. Mir gefällt, was Matthias Garff macht sehr. Hier geht's zu seiner Homepage: https://www.garff.de/ 

Eine kleine persönliche Aufwartung machte ich an der Jungen Gemeinde Jena, in der Pfarrer Lothar König, der leider letztes Jahr verstarb, lange Zeit lebte und wirkte. Hier erfährst du mehr über Lothar: wikipedia

Klaro... Kräuter für Tee kannst du selbst sammeln, anbauen und nach Gutdünken zusammenstellen. Oder du machst es wie ich und fährst in die Teebude deines Vertrauens. 

Wie unterschiedlich Schilf aussehen kann, durften wir heute im botanischen Garten in Jena lernen.

Spannende und wunderbare Kunst von Matthias Garff - Teil 1. 

Exponate von Matthias Garff - Teil 2

Blütenpracht

Schönheiten. Unser Planet hat so viel Vielfalt zu bieten.

Links: eine Walnuss Variante in Riesengroß 
Rechts: eine wunderschöne Variante der Linde

Falls ich es noch nicht gesagt haben sollte... Ich liebs!

Kunst von Matthias Garff - Teil 3

Unsere Panzer verschießen Blumen statt Granaten. So, wie der "Friedenspanzer" von "Die Ärzte ". An die Uneinsichtigen verteilen wir gerne Veilchen. Der Biber und ich, wir haben uns über Friedenspolitik, Umweltpolitik, Waldmanagement und Kampfkunst unterhalten. Ob das jetzt ironisch gemeint ist? Dass kannst du gerne herauszufinden. 

Mittwoch: Der Tag startete mit Regen und bis zum Nachmittag blieb es auch so. Von einem Ausflug in den Wald ließen wir uns davon aber nicht abhalten. Ansonsten haben wir geschnitzt. Ich habe einen Palmstick aus Hasel gefertigt. 

Lecker war's!

Die Schönheit der Natur. Wir haben Rotfuß-Röhrlinge, Maronen-Röhrlinge und Wiesenchampions gefunden, aber leider nicht fotografiert.

Jeden Schritt behutsam setzen. Im Forst-Wald waren heute viele kleine Kröten unterwegs. Die hier fotografierte war nur unwesentlich größer als der Käfer.

Schnitzen mit gut getrocknetem Hasel. Das ist ein Palmstick, Pocket Stick, auch Dulo Dulo oder Kubotan genannt. Das ist ein kleines, aber äußerst effektives Mittel für die Selbstverteidigung. Als Trainer für Escrima, einer philippinischen Kampfkunst, weiß ich dieses Werkzeug sehr zu schätzen.

Falls du dich für die Einsatzmöglichkeiten des Palmstick interessieren solltest, möchte ich dir gerne Escrima Meister Kai Kühn und sein Hammer Concept empfehlen. Einen kostenfreien Einblick gibt es hier. https://www.fma24.com/palmstick-demo/ 
Darüber hinaus gibt es ein "Kubotan Quickstart" Programm und den umfangreichen Kurs "Hammer Concept Palmstick Defense". Im Escrima lernst du darüber hinaus den Umgang mit verschiedenen Stumpfwaffen (z.B. Stöcke in diversen Längen), Hieb- und Stichwaffen (z.B. Messer, Machete, Schwert), sowie unbewaffnete Selbstverteidigung. 
Schnüre aus Brennesseln. Die sind quasi überall verfügbar und kosten nichts, außer die investierte Zeit. Es geht ganz "einfach". Sammle mit Respekt und der nötigen Vorsicht ein oder zwei Brennesseln, von denen du alle Blätter entfernst. Du brauchst jetzt einen Stein und ein Holz. Damit bearbeitest du jetzt Fasern, indem du behutsam die Brennessel-Stiele durch sanftes Schlagen aufbrichst. Die langen Fasern zeigen dir den Weg. Entferne störende Pflanzenteile und schon kann es mit dem Schnur drillen losgehen. Du hast Bock auf ein Video? Dann lass es mich wissen.

Donnerstag: Boom! Da hat die Stadt mich wieder. Wenn ich so überlege, was mich hier hält, dann ist das meine Familie und mein Sport. Auf den Lärm, die Hektik und den Geruch kann ich gerne verzichten. Aber immerhin konnte ich heute einen kurzen Familienbesuch genießen und habe auch gleich drei Bücher geschenkt bekommen. Danke dafür<3

Das Buch "Mein erstes Herbarium" finde ich wirklich richtig gut. Die beiden anderen Bücher habe ich nur kurz durchgeblättert und finde die Illustrationen richtig gelungen.

Ich schwöre, ich habe nur darauf gewartet, dass meine Waschmaschine im Eko-Programm eine Ladung Klamotten wäscht. Ganz im Ernst: der Kurs dauerte nur knapp eine Stunde, war sehr informativ und es gibt einen Abschlusstest. Warum ich das ganze jetzt gemacht habe? Am Hexenhäuschen flattern ab Beginn der Abenddämmerung immer kleine Fledermäuse herum. Da war meine Neugier groß und der Kurs kam mir gerade sehr gelegen.

Nicht, dass irgendwer behauptet, ich würde nur Zertifikate sammeln. Als Belohnung für aktives Lernen und absolvierte Tests nehme ich sie gerne mit. Ich hatte heute Abend noch reichlich Wäsche zu waschen und habe die Zeit zwischendrin genutzt. By the way... Die Kurse von NABU Wissen oder auch der NABU Naturgucker Akademie sind kostenfrei zugänglich.

Freitag: In den Tag bin ich mit Weiterbildung in einem überaus wichtigen Thema gestartet und war damit auch thematisch für viele Stunden beschäftigt. Aufklärung über Sexualisierte Gewalt, Schutzkonzepte (vor allem auch im Kontext als angehender Naturmentor) und Aufsichtspflicht begleiten mich in meiner täglichen Arbeit, sowie als Trainer im Kampfsport und als Gewaltpräventionstrainer. Weiterbildung und Auffrischung sind für mich essentiell. 1996, ich war gerade Kampfsport Übungsleiter meiner ersten Trainingsgruppe mit Kindern und Jugendlichen war es leider überhaupt noch kein Thema. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich vieles bewegt. Dennoch haben wir als Gesellschaft noch einen sehr großen Bedarf an Aufklärung.

Von diesen Kursen braucht's noch viel mehr!


Wenn ich die Stadt verlasse, dann sehe ich oft Plakate, die sich gegen den Ausbau von erneuerbaren Energien, vor allem Windkraftanlagen, richten. Genauso war es auch diese Woche in Ostthüringen. Ich möchte die Argumentationen verstehen, die in solchen Protesten, aber auch in den "Bauernprotesten" der jüngsten Vergangenheit mitschwingen. Ich möchte auch in Diskussionen adäquat auf Rechtspopulismus und Rechtsextremismus im Bereich Naturschutz, Wildnispädagogik und Naturpädagogik vorbereitet sein, um adäquat reagieren zu können.. 

Monatsfazit: Der Juli war von viel Lernzeit geprägt. Ich habe einige Onlinekurse beendet, von denen ich ein paar schon vor Jahren begonnen hatte.  Ja, ich bin im "Nerd Modus" und muss zwischendurch aufpassen , dass nicht andere, vielleicht auch wichtigere Aufgaben liegen bleiben. Ich habe dazu eine  ausgeprägte Neigung.

Was definitiv etwas zu kurz kam, dass war die Draußenzeit in den ersten drei Wochen. Dafür durfte ich zum Monatsende einige Tage intensiv in die Natur eintauchen. Ich bin gespannt, was der August so bietet und freue mich auf hoffentlich viel Zeit in der Natur. 

Wir lesen uns...

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