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Woche 47

Vorab: Die Tageseinträge erstelle ich tatsächlich an jedem einzelnen aufgelisteten Tag. Manchmal schreibe ich am Abend, manchmal trage ich meine Gedanken auch zwischendurch ein, damit sie nicht verloren gehen. Mit den Zeitformen und der Rechtschreibung nehme ich es nicht so genau. Mir geht's ums schreiben an sich. Gelegentlich formuliere ich am Ende der Woche die Sätze etwas um. Und nun viel Spaß beim lesen. 

Licht & Schatten 

Montag: Soll ich euch mal in meine aktuelle Wildniswind-Woche mit rein nehmen? Also in meine Arbeitsweise, wenn ich mir die Art der Woche erarbeite und erlebbar mache?

Zuerst schreibe ich in meinem Naturtagebuch meine ersten Gedanken auf. Das funktioniert mal mehr oder weniger gut. Es gibt tatsächlich Arten, bei denen mir nichts einfällt. Bei anderen Arten sammeln sich schnell die Schreibkilometer.

Gerade im Moment sind draußen die ersten reifen Brommbeeren zu finden. Mitten im Wald lasse ich sie mir gerne schmecken. Auch in meinen gemischten Tiefkühlbeeren sind Brombeeren drin. Mit denen mache ich mir gerne das Topping für meinen Haferbrei oder gerne auch ein schnelles Sorbet. Falls du das Rezept haben magst, es wir am Ende des Posts zu finden sein. Dann gibt's in meinen Teemischungen hin und wieder Brombeerbläter. Und dann bleibt da noch die Waldfrüchte Marmelade.

Wenn ich durch den Wald gehe, dann fällt mir vor allem im Winter das Grün der Brombeersblätter auf. Mit fallen auch die kahl geschlagenen Flächen auf, die ganz häufig von der Brombeere dominiert werden. Dann muss ich an den Garten meiner Partnerin denken. Als sie diesen übernahm, musste sie sich erstmal der zahlreichen Ranken der Brombeere erwehren, die Teile des Gartens für sich beanspruchten. Mir fallen die fiesen Stolperfallen auf den Wanderwegen ein, wenn diese eine Weile nicht mehr gepflegt waren und sich die Brombeeren so klammheimlich ins Licht drängten. 

Brombeeren machen klammheimlich Schnürsenkel auf, bringen mich zum Stolpern, haben schon einen Poncho auf dem Gewissen und im Wald sind sie oft ein Anzeiger für Störungen durch den Menschen. 

Brombeeren begegnen mir draußen fast überall und  sind quasi auch in meinem Alltag omnipräsent. Manchmal konnte ich sie verfluchen, aber ohne sie leben geht auch nicht. 

Was ist die Brombeere eigentlich genau? Wer lebt mit ihr und von ihr? Was kann Mensch noch so alles mit ihr anfangen?

Zum Recherchieren benutze ich am liebsten zuerst die Onlinesuche über deren NABU und Wikipedia. Dann schaue ich noch in meine Kräuter und Heilkräuter Bücher.

Brombeeren haben Stacheln und keine Dornen. Diese nutzen sie zum Klettern, aber als Fraßschutz. Brombeeren sind Sammelfrüchte. Jedes kleines Kügelchen hat quasi einen eigenen Kern. Ich persönlich komme damit ganz gut klar, wenn ich Marmelade oder Sorbet esse. Andere Menschen haben damit so ihre Probleme. 

Es gibt alleine in Deutschland mehrere Hundert verschiedene Arten und regionale Varietäten. Uff!

Die Vermehrung findet zu einem über Wurzelausläufer statt. Aber auch über die Ranken können sich bei Bodenkontakt Wurzeln ausbilden. Da bleibt noch die Bestäubung durch Insekten und das Weitertragen von Samen durch Vögel und Säugetiere. Der für mich spektakulärste Fakt ist aber, dass sich die Brombeere auch durch Klone vermehren kann. Wie abgefahren ist das denn? 

Die Brombeere spielt mit ihren immergrünen Blättern einen Vorteil in der Fotosynthese aus und kann auf Kahlschlagflächen ein echtes Problem für junge Bäume darstellen. 

Igel mögen Brombeeren als Futter und das Gestrüpp als Versteck. Bieber sind wohl schon zu groß, um da noch hindurch laufen zu können. Deswegen wurden auch schon Brombeeren in Biebergebieten entfernt, damit diese Tiere nicht weiter gefährdet werden.

Auch wenn die Brombeere fast überall auf der Nordhalbkugel vorkommt, ist sie in unserem Breiten immer als Kulturfolger:in dort viel zu finden, wo wir Menschen unsere Spuren hinterlassen.  Wir finden sie in Gärten, in Parks, an Straßen- und Wegrändern, an Zäunen und im Forst.

Aus Brombeerranken lassen sich wunderbar lange und stabile Schnüre herstellen. Ranken können locker fünf Meter in die Höhe klettern und von dort auch wieder Richtung Boden wachsen. 

Dienstag: Ich sitze kurz vor sieben in der Bahn, als meine Arbeit für heute abgesagt wird. Vor vier Monaten hätte mich das nervös gemacht, da dieser Tag einen Verdienstausfall bedeutet hätte. Seit dem neuen Arbeitsvertrag denke ich so "Okay. Schön. Dann schaue ich mal, was der Tag so bringt."

Es ist schon verrückt, wie schnell sich Dinge ändern können. Mehr Zeit für mich. Ich steige aus der Bahn und genieße die Sonne, während ich erstmal entspannt zurück nach Hause laufe. Am Himmel ziehen Ringeltauben vorbei. Ein Stück später entdecke ich eine Elster. 

Ich mache heute erstmal mit der Brombeere weiter. Wo stehen in meiner Wohnumgebung  wohl die am nächsten gelegenen Brombeeren? Ich gehe davon aus, dass in der Gartenanlage drei Blocks weiter garantiert welche zu finden sind. Aber die sind nicht frei zugänglich für mich. Im Park in Lößnig-Dölitz stehen reichlich. Denen werde ich heute einen Besuch abstatten. Dort war ich jetzt auch schon über zwei Wochen nicht mehr und bin mal gespannt, wie es dort aussieht. 

Das ist auch eine gute Möglichkeit die Brombeere zu Zeichnen. Meistens nehme ich selbstgemachte Fotos, die ich dann abzeichne. Für einige Arten benutze ich dann Artenjournale aus dem Internet Das Zeichnen ist auf jeden Fall eine gute Methode, sich eine Art  erlebbar zu machen. In meinem vorletzten Blogbeitrag habe ich einen Link zu Verena Hillgärtner und das Nature Journaling eingefügt. Wie dir vielleicht aufgefallen ist, kannst du dich einer Art auf vielen verschiedenen Arten nähern. Bei der Brombeere geht das relativ einfach. Bei stationären Lebewesen wie Pflanzen und Pilzen mag das noch relativ unkompliziert sein. Bei Tieren sieht's schon schwieriger aus. Einige Vögel sind in meiner direkten Wohnumgebung präsent. Rabenkrähe, Elster, Ringeltaube gibt's direkt rund um mein Wohnhaus. Durch den Garten fliege Blaumeise und Kohlmeisen. Gelegentlich kann ich auch den Marder am späten Abend entdecken. Im Herbst haben wir die Bienen im Efeu an der Hausrückwand. Und dann sind noch die Hummeln im Garten.  Was viele jetzt nicht so appetitlich finden, das sind die Maden und Fliegen an der Biotonne. Aber so manches anderes Tier lebt davon. Kleine Singvögel ernähren damit ihre Jungvögel.Wie sieht das bei dir mit den Pflanzen und den Tieren in deiner direkten Wohnumgebung aus? Naturverbindung kann so einfach sein. Oder? Alleine das Anschauen und Nachforschen bringt mich für einige Momente am Tag Weg von Alltagssorgen und erhöht meine Stressresistenz.

Mittwoch: Heute ist es heiß. 32°. Anbetracht der Tatsache, dass ich zwar frei habe, aber heute noch drei Trainingseinheiten unterrichte, bleibe ich zu Hause und beschäftige mich mit Dingen, die mir gut gefallen.  Meditation,  Beweglichkeitstraining, Podcast hören, während ich im Haushalt einige Dinge erledige und Trainingsvorbereitung. Zu Essen gibt's bei mir Coucous Salat mit Teriyaki Tofu und ich trinke Eistee - Mate Mango. Am frühen Nachmittag schaue ich ein weiteres Video vom Waldgipfel in Wohllebens Waldakademie. Patrick, den ich schon persönlich in der Waldakademie kennenlernen durfte, dessen Onlinekurs Wald im Klimawandel  ich absolviert hatte, hielt im Rahmen dieses Waldgipfels einen  wunderbaren Vortrag zum Thema: "Jeder Beitrag zählt! - einfache Wege zum Waldschutz mit spürbarem Impact", welches ich hier verlinken mag. Video Vortrag Waldakademie _YouTube Ich teile seine Ansichten und finde die Argumentation schlüssig. Vor allem beeindruckt mich der positive Vibe während des gesamten Vortrag. Ein ganz großes Dankeschön dafür. 

Donnerstag: Big News! Ich werde Waldbotschafter und mache meine Weiterbildung auf dem Online Portal der Waldakademie Wohlleben. Bereits im April hatte ich die Chance genutzt ins direkte Gespräch mit Celina, der Weiterbildungsleiterin, zu kommen und hatte vorab schon reichlich Fragen zum Kurs gestellt. Danach war klar, was ich gerne machen möchte, will und muss. Lediglich die Finanzierung war noch nicht geklärt... bis heute. Ich bin unglaublich happy und hoch motiviert. Der zeitlichen Umfang ist mit einer Dauer von sechs Monaten überschaubar,  aber auch zeitlich gebunden. Die live calls sind termingebunden und die Abschlussarbeit erfolgt im letzten Monat der Weiterbildung. Vielleicht fragst du dich, wie meine Wildniswind Weiterbildung läuft. Tatsächlich überschneiden sich beide Weiterbildungen um drei Wochen, was ich aber nicht so als Problem ansehe. Für die Abgabe der Prüfungsunterlagen habe ich kein zeitlichen Limit und ich denke, dass ich dass auch zwischenzeitlich mit abarbeiten kann. Einige Dinge beider Weiterbildungen überschneiden sich auch thematisch. Wenn ich da an die Themen "Bäume" und "Tiere" denke, oder auch ans Story Telling.  Auf jeden Fall wird es mein bisherigen Wissen vertiefen und vor allem erweitern.  Wenn ich dann mal beide Abschlüsse in der Tasche habe, darf ich mich "Naturmentor und Waldbotschafter" nennen. Oder auch einfach "Natur_ und Waldpädagoge". Aber ersteres gefällt mir schon mehr.

Freitag: Der fünfte heiße Tag in Folge in dieser Woche. Auch wenn mein Urlaub überwiegend verregnet und vergleichsweise kühl war, lässt es sich nicht leugnen, dass immer warmer wird. Für alle, die nicht daran glauben - Warum liest du hier mit? - für alle anderen gibt's Faktenwissen. Pure Fakten. Gemessene Daten. Keine Meinung.  Ein lesenswerter Beitrag auf der Seite von l-iz - leipziger-rekordjahr-2024-zahlen 

Das gute daran: wir haben es persönlich in der Hand. Wir entscheiden darüber wen wir wählen, wie wir reisen, wie wir konsumieren und am wirksamsten ist unserer Entscheidung darüber was wir essen. Der Wandel beginnt bei dir, heute.  Also fang an!

Samstag & Sonntag: Die Hitze ist vorerst vorbei. Gut so. Endlich normales Sommerwetter. Am Wochenende war leider nicht genügend Zeit für längere Wanderings. Dafür war ich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt,  hatte aber wunderbare Momente mit meiner Familie. Am Sonntagabend gönnten wir uns ein kleines Lagerfeuer mit gebackenen Kartoffeln, Stockbrot und einem wunderbaren Lagerfeuerkonzert. 


Wie versprochen gibts noch eine Rezept fürs schnelle Sorbet.:Ein halbwegs leistungsstarker Pürierstab sollte mit den tiefgefrorenen Früchten kein Problem haben. Eine Hand voll Früchte in den Mixbecher geben, mit einem kleinen Schluck Pflanzendrink deiner Wahl auffüllen - nicht zu viel - und mit der Süße deiner Wahl (ich nehme Puderzucker) pürieren. Du hast quasi im Handumdrehen ein servierfähiges Sorbet kreiert.


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