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Woche 48

Vorwort: In zwei Wochen state ich die Weiterbildung zum "Waldbotschafter" an Wohlebens Waldakademie, um so noch tiefer in die Wald- und Naturpädagogik einzutauchen. So wirklich fassen kann ich es wohl erst am 2. September, wenn die Auftaktveranstaltung läuft. Alles was ich bisher lernen durfte ist ein großes Wunder und meine Zeit bei und mit Wildniswind war und ist grandios. Ich durfte eine tiefe Naturverbindung erfahren und  soviel über die Natur und mich selbst lernen. Dafür empfinde ich eine große Dankbarkeit. 

Montag: Nach zwei Wochen Urlaub und einer sehr ungeregelten Arbeitswoche, ging es wieder in die reguläre Arbeitsstruktur. Wir haben in der Kita jetzt das Zimmer mit den Naturmaterialien. Ich muss hoffentlich nicht erwähnen, wie sehr mit das gefällt, zumal geplant ist, dass ich noch ein Jahr in der Einrichtung arbeite. Wenn das alles so bleibt, dann sage ich mal: "Glückstreffer".

Wohlweißlich habe ich mir heute morgen die Hängematte eingepackt. Nach der Arbeit ziehe ich mir einen Kaffee und fahre dann noch ein Stück mit dem Bus. Draußenzeit!

Die Art der Woche ist ein Vogel. Ein sehr kleiner und sehr lautstarkes Federtier mit gestutzt wirkenden Schwanzfedern, die scheinbar immer etwas nach oben abstehen.

Diesen Vogel hatte ich eine zeitlang als Fensterbrettgast. Das war faszinierend, weil ich das Tier damals sehr gut studieren konnte. Vor zwei Wochen im Urlaub bin ich diesem Vogel täglich mehrfach begegnet.  Du hast schon eine Ahnung? 

Eintritt in mein Draußenzeit-Wohnzimmer.

Von Menschen veränderte Strukturen prägen den Leipziger Auwald an vielen Stellen, der noch vor 150 Jahren gänzlich anders aussah. Aus der Weichholzaue sind Hartholzauen geworden. Durch das fehlende Vernässen konnten sich hier auch stattliche Buchen etablieren. Den Auen wurden durch Dämme und Entwässerung das notwendige Nass entzogen Nutznießer ist auch der Spitzahorn. Die Eschen haben dich eine Pilzerkrankung zugezogen, das sogenannte "Eschentriebsterben" hat hier schon vielen mächtigen Eschen das Leben gekostet. Sie sind ein "Opfer" der Globalisierung. Was bedeutet es eigentlich für uns, wenn hunderte der riesigen Bäume ausfallen?

Wilde Karde everywhere. Wenn es hier etwas ruhiger wird, hoffe ich den Stieglitz zu entdecken. 
Die Samen der Distel sind auch für mich eine Freude. Ich sage nur: "feinster Zunder".

In der Nähe meines Sitzplatzes habe ich sie entdeckt. Die Brombeere -  die Art der letzten Woche.

Es ist so schön hier. Ja, menschlicher Eingriff kann auch so etwas schönes hervorbringen. Im warmen Flachwasser tummeln sich die Jungfische.

Ich habe eine sehr enge Verbindung zu diesem Platz in den letzten Monaten aufgebaut. In der Hängematte liegen zu können ist purer Luxus. 

Dienstag: Spontaner Arbeitsausfall? Okay! Ich höre mir zum Start in den Tag den neusten Podcast von Peter Wohlleben an (Peter und der Wald"). Danach gönne ich mir einen Podcast von Silke Hartmann ("Vögel, aber cool!). Sie gibt mir zusätzliche Inspirationen zur "Art der Woche".

Wenn ich schon so viel Zeit habe, dann gönne ich mir Training,  Meditation und Draußenzeit.  

Mittwoch: Wir bauten mit den Kids aus allerlei Naturmaterialien eine Fantasiewelt auf einer großen Pappe. Es ist wunderbar, wie kreativ sie sind. Mein kleines Victorinox Taschenmesser leistet beim Basteln gute Dienste. Meine Distelsamen, die ich am Montag gesammelt hatte, wurden kurzerhand in ein Vogelnest umgebaut, in dem ein Spielzeug-Gürteltier Einzug hielt. 

Donnerstag: Ein wenig lesen war heute meine einzige bewusste Verbindung mit Naturthemen. Dafür gab's nach Arbeit noch ein recht positives Personalgespräch und danach durfte ich noch mein BJJ Teens Training anleiten. Nach einem Workout war dann mein Energielevel für diesen Tag aufgebraucht.

Freitag: Mir ist in den Sinn gekommen Jonglieren lernen zu wollen. Meine Abstinenz von Social Media hat große Kapazitäten geschaffen. Jonglieren kann ich auch während meiner Arbeit mit den Kindern üben oder draußen im Park und im Wald. Was ich mir zudem davon verspreche? Ich hoffe doch sehr, dass meine koordinativen Fähigkeiten verbessert werden und die "Graue Masse" durch neue Impulse besser arbeitet. 

Als ich damals in der Burnout Akutphase war und mit starkem "Brainfog" zu tun hatte und das mit meiner Gehirnleistung von heute vergleiche, dann ist da für mich schon ein immenser Unterschied zu spüren. Aber ich weiß auch, dass da noch mehr geht und neuronale Fähigkeiten entsprechendes Futter brauchen. 

Samstag: Ich beginne zum zweiten Mal das Buch "Waldgeheimnisse" von Wohlebens Waldakademie zu lesen. In dem Buch gibt es reichlich thematische Überschneidungen zu Inhalten meiner Wildniswind Weiterbildung und es wird mich auch das nächste halbe Jahr als Arbeitsbuch begleiten. 

Sonntag: Entspanntes Starten in den Sonntag. Wir gehen zu dritt auf den abgelegenen Wegen durch den südlichen Leipziger Auwald. 

Dort entlang gehen, wo die Wege über umgestürzte Bäume führen. 

Die kleinen Kanäle sind bereits wieder ausgetrocknet. Dem Auwald fehlt es an Wasser.

Typische Weichholzaue, so wie sie leider nicht mehr allzu oft in Leipzig zu finden ist. Die jungen Weiden scheinen sich hier wohl zu fühlen. 

Kastanien im Herbstkleid? Die durch die Moniermotte zerfressen Blätter haben sich bereits verfärbt. 

Herzpflanze.
Neben dem Eingriffigen Weißdorn gibt's auch den zweigriffigen Weißdorn. Die Früchte ähneln sich, aber die Blätter sehen anders aus. Der zweigriffige Weißdorn kommt besser mit feuchteren und schattigen Bedingungen zurecht. Beide Pflanzen sind essbar.  

Fazit der Woche: Sabine, die Vogelguckerin, erklärt ganz wunderbar die Art der Woche in ihrem "Vögel, aber cool!" Podcast auf Spotify Sabine selbst ist auch "Windie" und hatte die Weiterbildung bei Wildniswind absolviert. 

Meine Woche war eher durch meine sportlichen Aktivitäten geprägt.

Über allem schwebt aber die große Freude über die Anmeldung zur Weiterbildung zum "Waldbotschafter" an Wohlebens Waldakademie. 

Letztendlich hatte ich eine sehr bewegte Woche mit vielen kleinen und größeren Highlights. 

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