Da kann Mensch planen, wie Mensch will. Am Ende läuft's immer anders.
Genau eine Arbeitswoche hat's gedauert und schon hatte mich ein grippaler Infekt ans Bett gefesselt. Die ersten fünf Tage war ich unfähig, wirklich aß zu tun und wenn, dann war es ein großer Kraftakt. Heute, am 15.01.26, fühle ich mich in der Lage wieder klarer zu denken und vieles geht wieder leichter von der Hand. Gesund bin ich noch nicht, aber das wird schon. Meine Draußenzeit wird den Rest der Woche auf dem Hinterhof oder bei kurzen Auwaldspaziergängen stattfinden.
Donnerstag: Ich mag euch auf eine Reise mitnehmen, die in meinem Kopf schon vor Jahren entstand und jetzt erst in die Umsetzung kommt. Es hat mit Nachhaltigkeit zu tun und zwar mit nachhaltiger Ernährung. Als Stadtmensch macht Mensch es sich ja überaus kompliziert mit dem Thema Nachhaltigkeit. Alles ist der Zeit untergeordnet und Bequemlichkeit wird dann gerne, so zumindest von mir, mit allerlei Ausreden. Zu teuer. Zu aufwendig. Gerade unpassend. Das wirft ja alles auf den Kopf...uvm.
Worüber ich schreibe? Ich muss grinsen, als ich diese Zeile schreibe, Versuche mich zu konzentrieren und tippe auf meinem Tablet weiter.
Nachhaltige Ernährung ist schon lange ein Thema für mich. Ich lebe nun schon viele Jahre vegan und neben der Tierethik ist nachhaltige Ernährung mein zweiter wichtiger Grund für diese gewählte Ernährungsform. Gesundheit kommt erst an Dritter Stelle, wenn überhaupt. Vegane Ernährung ist eine riesige Stellschraube in punkto Nachhaltigkeit. Gegenüber einer Omnivoren Ernährung reduzieren sich CO2 Bilanz und Flächenverbrauch rund um die Hälfte und Wasser wird ebenfalls deutlich eingespart. So weit, so gut. Das ist jetzt kein neues Wissen.
Bisher ist es so, dass konventionelle pflanzliche Lebensmittel oft auf Feldern angebaut wird, welche mit Gülle oder Mist, eventuell sogar mit Produkten aus Schlachtabfällen behandelt werden. Mit dem Gestank, ein Resultat unserer Tierhaltung und damit unseres Konsums (Fleisch, Milch, Eier), kommt Mensch als Stadtmensch eher seltener in Berührung. Wer aber in der Nähe solcher Felder lebt oder arbeitet kann ein Klagelied darüber singen. By the way... Ich arbeite trotz Großstadt schon in einem recht dörflichen Umfeld mit großen Ackerflächen.
Im Herbst 2025 stieg mir der Geruch tagelang durch die Nase und ich wollte einfach kein Teil mehr dessen sein und das jetzt zumindest für meine kleine Welt grundlegend ändern. Von 1988 bis 1990 hatte ich, wenn auch absolut unfreiwillig, eine landwirtschaftliche Ausbildung im Bereich der Pflanzenproduktion absolvieren müssen und kenne mich mit der konventionellen Landwirtschaft dann doch mehr aus, als andere Menschen. Eine Frage die mich umtrieb war: geht's denn auch ohne tierische 'Hilfsstoffe' auf dem Acker und im Folientunnel? Die Recherche dauerte nur ein paar Minuten und mir war klar, es geht! Biozyklisch-vegane Landwirtschaft heißt die Antwort und hey, da sind wir! Was für eine lange Einleitung, oder?
Für mehr Antworten rund um die biozyklische Landwirtschaft möchte ich gerne eine kurze Internet Recherche ans Herz legen.
Was sich jetzt alles für mich ändern wird?
Ich muss anders wirtschaften und haushalten. Das hat was mit einer Änderung meiner Gewohnheiten zu tun und bedarf einer Prioritäten-Änderung.
Eines vorweg: ich mag sehr transparent bleiben und versuche soweit es möglich ist Einblicke zu gewähren. Mein Alltag besteht aus 30h Arbeit und dem dazugehörigen Arbeitsweg. In meiner Freizeit gebe ich an zwei Tagen pro Woche insgesamt vier Stunden Kampfsporttraining. Meine 30h Anstellung als Schulbegleitung und Kita Assistent reicht mir Belastungsmäßig vollkommen aus und ist mir manchmal schon zuviel. Weniger Arbeiten kann ich mir aber nicht leisten und das was ich verdiene ist gelinde gesagt knapp überm Mindestlohn. Meine Wohnsituation? Ja, ich habe eine Partnerin und wir leben in getrennten Wohnungen. Aber irgendwie brauchen wir unseren eigenen Rückzugsort. Ja, ich habe ein Kind, welches allerdings immer nur alle 14 Tage für ein Wochenende bei mir ist. Ganau dafür hat mein Kind ein eigenes Zimmer bei mir. Und ich bin überschuldet (Krankenkasse, Finanzamt). Das sollte jetzt an Informationen reichen. Ich führe kein Leben in Saus und Braus und muss mir mehrfach überlegen, wofür ich mein Geld ausgeben.
Seit gut zweieinhalb Jahren bilde ich mich weiter. Deswegen gibt's auch diesen Blog. Meine restliche freie Zeit verbringe ich deswegen gerne draußen. Mein Fitnessprogramm ziehe ich zu Hause durch und spare damit Zeit und Geld. Es sollte klar sein, dass Änderungen in meinem Alltag machbar sind, diese aber diese haben einen Einfluss auf andere Bereiche. Alleine das anders einkaufen und verbrauchen von Lebensmitteln ist eine Herausforderung. Zumindest am Anfang.
Was sich jetzt konkret ändert?
Es gibt bei mir saisonales bio-veganes Gemüse direkt vom Produzenten aus der Umgebung und Obst aus einer Kooperation in Griechenland, soweit es hier kein frisches Obst gibt. Ich habe nur bedingt Einfluss über das, was in meinem Einkaufskorb landet. Ich muss kreativer mit Lebensmitteln umgehen, was mir zum Glück nicht schwer fällt. Was ich mir hinzukaufen muss sind Tofu, Tempeh, Nüsse und Brot, sowie diverse Gewürze, Öle. Eigentlich sehr übersichtlich, oder? Allerdings versuche ich auch mehr auf Fertigprodukte (vegane Schnitzel und son Zeugs) zu verzichten. Wobei ich Burger und andere Convenience Produkte sehr mag und zu schätzen weiß. Aber genau dieser Bequemlichkeit mag ich entgegentreten. Ich werde also wieder mehr Kochbücher wälzen und Foodblogs durchstöbern, mehr in der Küche stehen und kreativ sein müssen. Ich werde mich mit Lebensmitteln auseinander setzen, die ich nur selten verarbeite oder schlichtweg noch nie gegessen habe.
Es ändert sich einiges grundlegend. Wenn ich schon in der Stadt leben muss, dann möchte ich mehr Entscheidungshoheit haben. Ich möchte die Menschen kennen, die meine Lebensmittel produzieren. Ich möchte ein Gesicht zu den Menschen haben, einen Namen. Das ist bei Lebensmittelkonzernen leider nicht möglich. Ich mag nicht mehr im Gemischtwarensortiment von Supermärkten zwischen Regalen voller Tierleid-Produkte nach meinen Lebensmitteln suchen, wo auch die Arbeitsbedingungen der Menschen nicht cool sind, welche knapp überm Mindestlohn knechten müssen. Ich möchte nicht mehr daran teilhaben, dass sich Börsengewinnler und Zwischenhändler die Taschen voll hauen und kleine bäuerliche Betriebe drauf gehen.
Wie ihr seht, war das nicht nur eine Entscheidung, ob ich in dem oder einem anderen Laden einkaufe, sondern eine grundsätzlichere Entscheidung über die Art und Weise, wie ich mir eine solidarische Welt vorstelle.
So einzukaufen und zu konsumieren ändert Dinge Nachhaltig. Mein Müll, vor allem der Plastik Müll, ist spürbar zurück gegangen und ich bin wieder ein Stückchen näher an mich selbst gerückt. Denn wenn ich entscheiden darf, was ich esse, dann möchte ich es genauso machen, wie ich es mir vorgenommen habe.
Wie macht du das? Konventionell oder Bio? Supermarkt oder Biomarkt? Kaufst du regionale Produkte? Ist du Fleisch, lebst du vegetarisch oder sogar vegan? Hast du einen eigenen Garten? Wie viel deines Gesamtbedarfs kannst du damit decken?
Lass es mich gerne wissen. Ich freue mich auf Antworten.
Freitag: Die Temperaturen sind mit 10°C relativ warm und die Sonne scheint. Mein Weckruf für meinen ersten Auwaldspaziergang in diesem Jahr. Ich habe mir trotzdem einer extra Wärme-Schicht in den Rucksack gepackt. Mein Ziel? Draußenzeit genießen und treiben lassen. Als Naturmentor nenne ich es Wandering. Zielloses Herumstreifen. Den inneren Impulsen und denen von der Natur folgen.
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| Wenn große Bäume rot sind, so geben sie ganz vielen Lebewesen eine Lebensgrundlage. |
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| Das Ohr immer am Puls des Waldes. |
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| Auch im städtischen Gebiet von Leipzig sind so manche Forstversuche zu entdecken. Das Experiment Eiche-Kiefer-Forst hat glücklicher Weise nicht Funktioniert. |
Samstag: Lerntag. Pestalozzi, Cornell und das Flow Learning.
Sonntag: Wenn der Kopf raucht, dann muss er durchlüften. Draußenzeit! Sitzplatzroutine & Schnitzen
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| 10.000 Schritte und eineinhalb Stunden am Sitzplatz. Schnitzen und Beobachten. Mit heißem Tee, einer Isomatte und einer Decke lässt es sich wunderbar aushalten. |
Fazit: nach eine Woche Krankheit muss ich erstmal wieder in die Gänge kommen. An sonnigen Tagen fällt das natürlich leichter. Vor allem, wenn die Kohl- und Blaumeisen zusammen mit den Buntspechten so ein schönes Konzert trällern. Mit einigen meiner Aufgaben in der Weiterbildung zu ich mich schwer. Aber auch das gehört dazu.





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