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Tag- und Nachtgleiche

Montag: Das Wetter ist schon fast Aprilhaft. Regen, Wind, Sonne, Hagel, Regen. Nach der Arbeit habe ich mich spontan für einen Besuch des Leipziger Südfriedhof entschieden. Als Naturpädagoge sind Friedhöfe immer lohnenswerte Ziele. Ich bin keine 30 Meter gelaufen und schon lief mir ein Eichhörnchen über den Weg. Ich hörte einen Buntspecht, einen Eichelhäher, Ringeltauben, Kohlmeisen, Blaumeisen und konnte wieder Amseln und Buchfinken beobachten. Dann sind da auch noch die vielen Bäume und Büsche. Friedhöfe spiegeln Zeitgeist wieder. Früher setzten die Menschen zwar auch auf Eiben, Eichen, Ahorne, Trauerbuchen, Hainbuchen, Linden, Kastanien und Eichen aber es sind auch viele stattliche Nadelbäume zu finden, die sonst nicht hier zu Hause sind. Bei den Büschen beherrschen die Rhododendren das Bild. Einige Exemplare haben schon stattliche Dimensionen und sind locker über einhundert Jahre alt.

Die Birke schiebt ihre Blätter an Licht.

Eine wunderbar große Trauerbuche. Auf den Leipziger Friedhöfen gibt es einige davon zu bestaunen. Anders als die Birke, warten Buchen auf mindestens dreizehn Stunden Tageslicht, bevor die Knospen ihre Blätter ans Licht lässt.

Viel Grün und viele Verstecke. Auf dem Südfriedhof habe ich schon Hasen und Rehe beobachten können.

Im Sommer ist es noch beeindruckender. Meine beiden Lieblingsbäume. 

Die Äste und Zweige dieser Buche reichen bis auf den Boden. 

Meine Lieblingsaussicht. 

Geschützts Areal für viele Tiere. 

Das Völkerschlacht-Denkmal ist von vielen Stellen des Friedhofs aus zu sehen. Falls du mal einen Trip nach Leipzig planst, kannst du dir vom "Völki" aus die Stadt von oben genießen und dann über den Südfriedhof zum Waldaboretum und in den Erholungspark Lößnig-Dölitz schlendern.

Lange Wege, gesäumt von Rhododendron, Kiefer, Lawson Scheinzypresse und Eiben.

Dienstag: Spontaner Arbeitsausfall. Vor einem Jahr hatte ich es nicht cool gefunden. Aber mit dem geänderten Arbeitsvertrag bin ich mehr als fein damit. Also Sachen packen und raus gehen. Das Wetter ist wunderbar und sollte es mir in der Hängematte zu kühl werden, habe ich eine Isomatte und einen Schlafsack dabei. Mein Weg führt mich gut eine Stunde durch den Auwald an die Lauer. Wer den Block durchstöbert oder mir sogar regelmäßig folgt, kennt diesen Platz schon. 

Zwischen einer Eiche und einer Erle spannend Ich meine Hängematte auf und freuen mich über den Frühling. Am See ist mächtig was los und die Möwen machen eine Menge Krach. Welch ein beeindruckendes Konzert. 

Am See koche ich mir einen Tee und fange gemütlich an und schnitzen mir ein Schmiermesser aus einem getrockneten Stück Hasel. Gute viel Stunden später mache ich mich wieder auf den Heimweg. Wenn ich schon im Auwald unterwegs bin, dann darf die übliche Handvoll Bärlauch nicht fehlen.

Sonne und moderater Wind. Beste Bedingungen fürs abhängen in der Hängematte 

Die Wolkenfabrik: das Kohlekraftwerk Lippendorf.

Frisch gekochter Tee am See.

Leider sieht's man dem Foto nicht an, wie sehr die Regentropfen auf dem Bärlauch geglänzt haben.

Vier Quadratmeter Giersch. Leider laufen hier viele Menschen mit ihren Hunden lang. 

Arbeitsfrei und Spaß dabei.


Filigrane Schönheiten.

Die Weidenkätzchen locken mit Pollen. Um die Weide herum konnte ich Hummeln und Bienen beobachten.

Ein wunderbarer Spot.

Ein neuer Lebenszyklus beginnt.


Mittwoch, Donnerstag und Freitag: bis auf meine Kindergarten Draußenzeit war ich nicht wirklich angekommen der frischen Luft. In der Kita selbst hbe ich die Zeit genutzt um zu schnitzen.  Ich habe für einige Kids Kreisel gefertigt und mir beim sägen helfen lassen. Ein anderes Projekt ist eine Hakenleiste aus den Resten eines Weihnachtsbaum und ein Schmiermesser aus Hasel. Gut Ding will Weile haben und so lasse ich mir auch Zeit. By the way... Naturverbindung funktioniert auch ganz gut über Handwerksarbeiten mit einfachem Werkzeug. 

Samstag: Die Wochenendplanung wurde sehr kurzfristig über den Haufen geworfen. Um die frei gewordene Zeit sinnvoll für mich zu nutzen, habe ich meinen Rucksack für eine Wanderung gepackt und bin von Leipzig nach Jena gefahren. Ich hatte alles Notwendige für einen Overnighter dabei, musste aber feststellen,  dass meine geplanter Spot in einem Naturschutzgebiet liegt und dort ist bekanntlich das Campen und das Bivakieren verboten. An dieser Stelle muss ich mir eingestehen, dass ich als erfahrener Wanderer einfach schlecht geplant habe und beim nächsten Mal genauer Planen sollte. 

Eine gute Zeit hatte ich trotzdem und habe mir einen weiteren Teil der Saale Horizontale erschlossen. 

Mein erster Weg führte mich vom Bahnhof Jena Paradies direkt zur Wilhelmshöhe. Von dort aus ging es wieder hinunter und durch Gartenanlagen hindurch auf den Jenzig. 

Oben angekommen habe ich mir viele Zeit für eine ausgedehnte Pause genommen, bevor ich weirerzog. Ab da hatte ich den Wald auch für mich alleine. Dieser war von riesigen Buchen gesäumt und ich kam aus dem Staunen kaum raus. 

Eine gute Stunde später saß ich auf einer Wiese oberhalb des Örtchen Lasan. 

Von dort hinge es dann eine weitere Stunde Fußweg zum Bahnhof Jena Zwängen und dann mit dem Zug wieder zurück nach Hause. 

Neue Wanderschuhe mit einer etwas festeren Sohle. Trotzdem gehen sie noch als Minimal-Shoes durch. 


Habe ich schonmal erwähnt,  dass ich Wacholder mag?

Schmalen Pfade und Geröll auf den Wegen. Das war super schön und erinnerte mich an einige Trails in Schweden.

Das Wetter war fürs Wandern super. Die Aussicht war trotz diesigem Wetter schön. 

Der Zoom von meinem Smartphone kam an seine Grenzen.

Aufrechter Ziest oder auch Bergziest in Jena passt auch der Trivialname Zeissziest.

Auf der Kuppe vom Jenzig hatze ich die Wiese für mich allein. Ab und zu kammen einige Wander:innen vorbei. 

Frischer heißer Tee. Dafür lohnt es sich einen Gaskocher einzupacken. 

Gegen den Wind hilft ein Windbreaker und der Rucksack im Rücken.

Rund um Jena kann Mensch viele Höhenmeter sammeln. Ein wunderbares, wenn auch anstrengendes Auf und Ab.

Schmale Pfade auf der Saale-Horizontale.

Der Buchenwald war an den Wegrändern übersät von Leberblühmchen. Die sind wirklich schön anzuschauen. 

Oberhalb von Lasan.das wäre eigentlich ein großartiger Spot für eine Übernachtung,  wenn es nicht im Naturschutzgebiet liegen würde.

Aks gelernter Zimmerer feier ich solche Gebäude ab. Die Kirche in Lasan.

Sonntag: Sonnenschein und 15 Grad. Ich habe mir auf dem Weg in den Wald noch einen doppelten Espresso bei der Kaffeedealerin meines Vertrauens gegönnt und einen Blick in mein neues Schnitzbuch erlaubt. Danach habe ich einen alten Sitzplatz aufgesucht. 

Mein zweites Buch von Frank Egholm

Baumstämme als Weg. Diese Funktion wird dieser Baum noch einige Jahre erfüllen.

Eine weitere natürliche Brücke auf dem Weg zum Sitzplatz. 

Totholz als Lebensraum

Auf der anderen Seite des Grabens ist ein Naturschutzgebiet 

Auf einem umgestürzten Baumstamm sitzen, in die Sonne blinzeln und den Vögeln lauschen. 

Im Wald ist etwas Geduld gefragt. Immerhin dringen wir in den Lebensraum der Tiere eun. Nach 15 bis 20 Minuten haben sich die Vögel beruhigt und entschieden, dass ich keine Gefahr für sie bin. Dieses Geräuschek9nzert aus Reviermarkierungen, Balzrufen, Futterrufen und Warnrufen ist immer wieder faszinierend.  Es geht für mich gar nicht so darum, wie viele Vögel ich am Gesang erkennen kann, sondern um die übergeordnete Ebene, mit der wir Menschen früher viel mehr anfangen konnten. Wenn du genau hinhörst, dann kannst du viele andere Entdeckungen machen. Das eindrücklichste Vogelgeräusch ist für mich ein besonder - die Stille. 

Die Märzenbecher (Frühlingsknotenblume) haben ihre Kapseln gebildet. Frühblüher müssen sich echt beeilen, bevor die Bäume ihr Bätterdach ausspannen. By the way... die Pflanze ist in allen Teilen für und Menschen giftig.

Dieser Baumstamm liegt schon einige Jahre hier, was aber den Bärlauch nicht davon abhält,  edes Jahr auf der herausgerissen Wurzel zu wachsen. Sind dir die Löcher am Stamm aufgefallen? Was meinst du, wer sie hinterlassen hat?

Wenn die Blütenknospen des Bärlauch so langsam aus der Erde schieben, ist meistens die Blüte des Lerchensporn voll ausgeprägt.

Die Buschwindröschen haben beim heutigen Sonnenschein ihre Blüten weit geöffnet, was einige Insekten wie Hummeln und Bienen dankend annehmen.

Meine Woche war eine spannende und bewegte Woche zugleich. Bei den aktuellen Nachrichten hilft es mir sehr im Wald zu sein und die Gedanken neu zu sortieren. Eine Sache muss ich hier noch loswerden. 

Hallo Männers,
Feminismus ist nicht gegen uns gerichtet. Wir würden sogar sehr davon partizipieren. Unsere Aufgabe sollte es sein, die Welt gerechter werden zu lassen. Dass die menschengemachte Welt nicht gerecht ist, können wir jeden Tag erleben. Für Mädchen und Frauen, besser gesagt für FLINTA's, ist diese Welt ungerechter als für uns. Wer übernimmt den größten Teil der Care-Arbeit? Wer bekommt weniger Lohn? Wer bekommt weniger Anerkennung? Wer bekommt schlechtere medizinische Versorgung? Wer bekommt die  Gewalt vieler unserer männlichen Mitmenschen ab? Als Frau lebst du gefährdeter. Das sind Dinge, die auf Grund patriachaler Strukturen so entstanden sind. Wir können uns hier nicht rausnehmen, da wir Teil dessen sind. Und ja, wir sind mindestens Mittäter, wenn es darum geht, die Gewalt von anderen Männern schweigend hinzunehmen. Jeder von uns unkommentierte sexistischer und misogyne Spruch lässt uns zu Mittäter werden. Lasst uns dafür Sorge tragen,  dass diese Welt für alle ein besserer Ort ist. Um es ganz klar zu sagen: lasst uns genauer hinschauen und das Maul aufmachen, wenn andere Männer Gewalt ausüben. DANKE

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