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Mich selbst neu erfinden

Woche 1 als Waldbotschafter...

Ich habe einen Plan. Diesen mag ich hier ganz offen vorstellen. Ja, ich mag als Waldbotschafter tätig werden. Dafür benötige ich einige Dinge. 

Erstens: eine Story.  

Im April 2023 stand ich nach Krankheit und schwerer Lebenskrise inmitten einen Flussaue und hatze diesen einen Gedanken: Wenn mir der Aufenthalt in der Natur so gut tut, warum mache ich mir nicht daraus eine langfristige Lebenspespektive? 

Der Gedanke war so schön und gleichzeitig so naiv,  dass ich diesen sofort in die Tat umsetzen wollte. 

Aber halt! 

Da musste Wissen her. Reichlich Wissen.  Denn gefühlt wusste ich gar nichts über die Natur. 

Zweitens: Eine Weiterbildung 

Also Geld sammeln und irgenwie anfangen. Die Online Kurse von Wohllebens Waldakademie kamer genau richtig. Welche Bäume gibt's denn eigentlich? Was ist eigentlich ein Wald und welche Phänomene gibt's zu entdecken? Menschenspuren im Wald? 

Schnell war ich auch bei Themen wie zum Beispiel Naturpädagogik oder der Frage angelangt, wie man eigentlich eine Stadtbaumführung plant. 

Um so mehr ich in die Themen eintauchte, desto klarer war mir, dass ich eine Ausbildung machen möchte. 

Neben den vielen Reisen in die Natur, wurde der der Plan immer konkreter. Meine Wahl fiel auf die  einjährige Weiterbildung von Wildniswind: "Wildnispädagogik und Naturmentoring". Diese startete im September 2024. 

Kurz vor Ende der Weiterbildung fing ich mit einer zweiten Fortbildung an. Im Frühjahr 2025 besuchten meine Partnerin und ich Wohllebens Waldakademie. Nach einem Gespräch vor Ort war klar: ich will Waldbotschafter werden. So stattete ich letzten September die sechsmonatige Weiterbildung in Natur- und Waldpädagogik.  

Drittens: eine Business-Idee

Jetzt gibt's Tacheles: Ich arbeite seit meinem 15 Lebensjahr. Wenn ich nicht gerade eine Ausbildung gemacht habe, war ich irgendwie angestellt oder Selbstständig tätig. Lediglich Anfang der neunziger Jahre hatte ich eine Zeit, in der ich Sozialhilfe bekam (das nennt sich heute ALG 2, Bürgergeld oder soziale Grundsicherung). Auch wenn ich schon seit fast vierzig (40!) Jahren schaffe, habe ich dennoch keine gute Aussichten auf eine Rente, die mir einen gesicherten Ruhestand bescheren wird. Das sind keine guten Aussichten für eine Zukunft und auf einen Staat der immer mehr soziale Leistungen kürzt mag und kann ich mich nicht verlassen.  Ich komme aus einer Generation des DIY. Mit genau dieser Einstellung gehe ich durchs Leben. Genauso sieht meine Berufsbiografie aus. Wenn ich etwas auch im Alter leisten kann, dann ist es eine Arbeit als Naturmentorund Waldbotschafter. Ich verbinde damit gleich verschiedene Aspekte, mit denen ich mich identifizieren kann: Bildungsarbeit, Naturbezug schaffen, Nachhaltigkeit fördern. Und ja, ich kann hoffentlich später meine marginale Rente etwas aufbessern. Jetzt aber zurück zu meiner Idee.

Ich habe in mehreren großen Weiterbildungen gelernt,  wie man Pläne erstellt.  

Im Bereich Naturpädagogik möchte ich Walderlebnistage für Kinder anbieten.

Für Erwachsene mag ich vorerst die Bereiche Gesundheit und Waldwissen miteinander kombinieren. 

Ich möchte mir alles notwendige für die Waldtage mit den Kids auf einen Bollerwagen packen und dann losziehen. Dafür benötige ich einiges an Ausrüstung für ein Basiscamp (Tarp, Bodenplane, Sitzkissen Hygieneausrüstung) und für diverse Aktivitäten, z.B. Schnitzmesser und Sägen, Lupen und noch einiges mehr. 

Viertens: Marketing

Nichts geht ohne ein eigenes Logo. Schlicht soll es sein. Einprägsam und vor allem nocht teuer. Ich hatte bereits ein Logo für meinen alten Kampfsportverein entworfen. Aber das jetzt ist eine andere Hausnummer. Oder eben aich nicht. 

Den Baum mit dem pfeifenden Piepsie finde ich schon gut. Das passt gut zum Naturmentor und Waldbotschafter. Gerade in der Wildnispädagogik haben Vögel einen besonderen Platz. 'Mike geht raus' - vielleicht macht es ja8 neugierig.  Mein Blog heißt so und auf Instagram nutze ich den selben Namen.  Vielleicht fällt mir mal was Besseres ein aber für den Anfang ist es perfekt.

Fünftens: Netzwerke bilden 

Einerseits braucht es Interessierte für meine Kurse und Veranstaltungen. Andererseits braucht es ein großes Netzwerk. Auf Social Media knüpfe ich reichlich Kontakte auch zu Einrichtungen vor Ort und ich kann auf mein gewachsenes Netzwerk im Bereich Kampfsport und Gewaltprävention zurückgreifen. Dann gibt's ja noch mein berufliches Umfeld mit Kindergärten und Schulen.  

Mal schauen, wie es sich entwickelt. 

Meine Woche

Montag: während der Arbeit hatte ich ein wunderbares Gespräch mit einer Kollegin,  die Eulen mit ihren Jungtieren im Garten haben. Welch ein Glück. 

Das Wetter ist schön, aber es hat lange nicht geregnet. Im Garten der Kita finden sich immer mehr Vögel ein. 

Den Nachmittag habe ich im Park verbracht und tatsächlich eine gute Stunde lang geschlafen. 

Dienstag: mein Highlight, ein Milan, Graugänse Paare, ein Graureiher und ein lautloser großen Vogel, vielleicht eine Eule oder ein Uhu? Ich konnte leider die entscheidenen Merkmale nicht sehen. Auf dem Weg in den Park habe ich mal geschaut, was nebenden Gräsern im Straßengraben wächst. So aus naturpädagogischer Sicht finde ich es schon sehr spannend und auch überhaupt nicht langweilig. Ich nutze für die Bestimmung die App Flora Inkognia. Diese ist kostenfrei  und unterstützt die wissenschaftliche Erfassung von Pflanzen und Pilzen. Seit gut drei Jahren habe ich mittlerweile ein Herbarium von 300 Arten angelegt und muss keine Pflanzen dafür heraus reißen. 

Ehrenpreis 

Krokus 

Veilchen

Löwenzahn 

Gänseblümchen 

Viermännriges Schaumkraut 

Große Brennnessel

Giersch 
 
Scharbockskraut


Eigentlich ein prima Spot um mit vielen Menschen eine Hängemattenparty zu feiern. 

Fürs schnelle Abhängen setze ich auf meine Amazonas Ultralight Hängematte.  

Mittwoch und Donnerstag: Es ist wie es ist. Das sind meine vollgepackten Tage und ich bin froh über jede Minute an der frischen Luft. In der Kita durfte ich draußen sitzen und habe gebastelt. Das wird immer von einer Schar neugieriger Kinder beobachtet und ich muss viele Fragen beantworten. Meine Aufgabe als Waldbotschafter und Naturmentor ist es Impule zu setzten. Selbst dann, wenn wir nicht im schönsten Wald oder abwechslungsreicher Feldflur unterwegs sind. Holz als Material ist wunderbar und wenn aus Holz und ein paar Werkzeugen ein Spielzeug entsteht, dann leuchten viele kleine Augen. 

Fürs basteln und schnitzen brauchts nicht viel. Die Hauptarbeit leistet mein Messer. Eine Säge, Holzraspeln und Bohrer sind ebenfalls sehr hilfreich.

Kreisel mit Antrieb.
By the way... mein kleines Schweizer Taschenmesser begleitet mich schon seit sehr langer Zeit. Es passt prima in die Watch Pocket meiner Jeans. 

Freitag: Fünf Arbeitstage und drei  Trainingstage haben gut Energie gezogen. Dann auch noch den Unsinn auf dieser Welt verkraften müssen. Auf jeden Fall war mein Tag schon gegen 20 Uhr beendet.  Da hatte die Kraft nach einer Lektion Englisch nicht mal mehr für meine Draußenzeit gereicht.

Samstag: Es ist etwas kühler geworden und vor allem ist Regen angesagt. Also Zeit nutzen und raus in den Wald.

Wald-Gelbstern

Taubnessel.  Hier flogen einige Hummeln umher. 

Scharbockskraut 

Stern-Hyazinthe

Vogel- Steinmiere

Geflecktes Lungenkraut

Buschwindröschen

Ausdauerndes Bingelkraut

Wer wohl alles in und um diesen Wurzelteller lebt?

Im Auwald bleibt viel Totholz liegen. Gut so! Stehendes und liegendes Totholz bietet Generationen von Tieren, Pflanzen und Pilzen einen Lebensraum.

Glücklicherweise wächst der Bärlauch zeitlich versetzt in Etappen.

Unaufhaltsam. 

Die Kraft der Pflanze ist beeindruckend. Sie schiebt sich einfach durch das Laub hindurch. 

Zwei Leute = zwei Hände voll Bärlauch. Haltet euch bitte an die Sammelregeln. Es gilt die Handstraußregel oder soviel, wie eine Person für eine Mahlzeit benötigt.  Sammeln in Naturschutzgebieten ist ein No go! DANKE ❤️

Wenn ein großer und vermeintlich so stabiler Baum wie diese Esche weg bricht. 

Eichen Galle

Sowas mag ich überhaupt nicht. Wenn Jagd was nützen würde, warum sind dann die Wildtierbestände gleichbleibend hoch? Kann es sein, dass es doch um etwas anderes geht? Ich frage für einen Freund.

Salat mit veganem Feta, Granatapfelkerne,  selbstgezogenen Sprossen

Sonntag: Ein verregneter Sonntag ist kein Grund nicht raus zu gehen. Der sanfte Nieselregen tat mir gut. Meine Tour führte mich wieder auf den schmalen Wegen durch den Auwald. Immer fernab der Menschenmengen. Einige Entdeckungen habe ich festgehalten.

Der schwarze Holunder wirft als erstes Gehölz seine Blätter ins Licht

Der Bärlauch hat den Regen der letzten Stunden aufgesaugt und strahlt noch mehr als gestern.

Die Trameten bei der Arbeit. Sie bauen das Lignin des Baumes ab. Ohne Pilze kein Leben.

Pilze finde ich sehr spannend. 

Totholz schafft Lebensräume.

Wäre der Auwald intakt, würden diese großen Buchen hier nicht stehen. Dieser Baum bietet allerdings als Habitatbaum vielen Tieren und Pilzen ein zu Hause. 

Liegendes Totholz als Wasserspeicher. Aber nicht nur.

Diese Hainbuche hatte irgendwann in ihrem Leben ihren Haupttrieb verloren und kämpft sich trotzdem durch. Anpassung als Überlebensstrategie.

Sinnesübung. Zehn Minuten die Augen schließen und den Tieren der Umgebung lauschen. In Verbindung mit einer Atemübung kann ich mich sehr schnell ins Hier und Jetzt bringen.

Pastinaken-Kartoffel-Suppe, veganes Chicken, Topinambur-Chips, Bärlauch-Postelein-Pesto

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig in meine Welt mitnehmen. By the way... vegan werden funktioniert bei den meisten Menschen nicht auf Anhieb.  Das hatte es auch bei mir nicht. Als ich erkannte, dass es kein Lifestyle ist und es auch nicht primär im meine Gesundheit geht, war mir klar, dass ich es den Tieren zu liebe mache. Ich versuche so wenig Tierleid zu erzeugen, wie es mir möglich ist. Ein Tipp, wenn du Fleisch ist, aber es sich für dich nicht gut anfühlt:

Monat 1 - Reduziere deinen Fleichkonsum auf 300g pro Woche, lege vegetarische Tage ein und einen rein pflanzliches Tag.  Beschäftige dich mit neuen Rezepten und los gehts.

Monat 2 und 3 - eine Woche bleibt wie in Monat 1 und du wechselst jede zweite Woche in eine vegetarische Woche. Der eine rein pflanzliches Tag pro Woche bleibt. 

Monat 4 - verabschiede dich vom Fleisch.  Erhöhe deine veganen Tage auf zwei bis drei Mal pro Woche. 

Monat 5 - Käse und Ei aus der gewohnten Ernährung zu streichen ist hart. Deine Aufgabe: Eine Woche vegan, eine Woche vegetarisch/vegan. 

Monat 6 - du merkst, dass du auch prima ohne Ei, Milch und Käse auskommst? Prima! Es wird Zeit goodbye zusagen zur Tierausbeutung. Denn Milch und Ei sind genau das. Du hast es eher geschafft? Sehr gut. In diesem Sinne:

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