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Tschechien Part 1

Hallo. Schön, dass du hier vorbei schaust. 

Wenn du diesen Text liest, dann liegen diese ersten Zeilen schon vierzehn Tage zurück. Wir stecken gerade mitten in den Vorbereitungen für unseren Urlaub in Tschechien. Wir werden für zehn Tage und Nächte in einem ausgebauten Bauwagen unser Basecamp haben. Dieser liegt eingerahmt von Bäumen am Feldrand mit Sicht auf den Wald und zu einem sehr kleinen Dorf. Auf dem zaunlosen Grundstück gibr es neben dem Wagen ein Blumsklo, einen Holzschuppen und eine Lagerfeuerstelle. Die größte Ortschaft in der Umgebung liegt einige Kilometer entfernt und hat knapp über 500 Einwohner:innen. Die nächste große Stadt ist ca. 30 Kilometer entfernt. Das sind beste Voraussetzungen für ein Eintauchen in die Natur. 

Montag: Die Woche startet mit der Prüfung zu meiner Weiterbildung zu Reset Mobility Master Coach und ich finde mich in einem weiteren Treffen zur Betriebsratsgründung. Ich sag mal so, ersteres lief hervorragend. 

Immerhin fand ich noch Zeit für einen Einkauf. 

Wie deckst du deinen Proteinbedarf? 
Ich esse gerne Tofu in allen Varianten. Essen ohne Toerleid und Regenwald-Abholzung. 

>>Wusstest du, dass der allergrößte Teil der Sojaproduktion für Tierfutter genutzt wird? Der überwiegende Anbau für Tofu passiert in Europa. In der asiatische Küche hat Tofu eine sehr lange Tradition und ist dementsprechend auch gut erforscht. Neben dem Tierfutter ist der zweite große Part die Herstellung von Öl, welches in vielen Aspekten in der Industrie genutzt wird. "BIO"-Kraftstoff oder in der Herstellung von Plastik. Das Argument,  Veganer:innen holzen den Regenwald für Soja ab, das ist noch haltbar.<<

Dienstag: Heute ist mir schlagartig bewusst geworden, dass ich in der momentanen Kita fast schon ein Jahr bin und diesen Ort einen Jahreszyklus lang erfahren durfte. Meine Zeit hier ist Ende Juli vorbei und ichmuss weiterziehen. Diese Abschiede gehören zu meinem Berufsleben dazu, aber leichter geworden sind sie nie. 

Während meiner Zeit in dieser Kita war ich mitten in meiner Windiezeit und habe dann mal eben noch die Weiterbildung zum Waldbotschafter gemacht. 

Den heutigen Abend werde ich für unsere Urlaubs-Vorbereitungen  nutzen. Einkaufen, Sachen raus legen, Wäsche waschen. Equipment packen. 

Beim Anblick dieser Winterlinde ist mir schlagartig bewusst geworden,  dass sich an diesem Ort ein Jahreskreis für mich schließt.

Danke liebe Linde für die freundliche Erinnerung. 

Mittwoch: Mein Mittwoch ist von Arbeit und Training geprägt. Irgendwo dazwischen war ich noch einkaufen. Leider musste ich auf meine Gemüsekiste verzichten und war stattdessen konventionell im Discounter shoppen. Das war echt ein komisches Gefühl.

Ein Teil unserer Vorräte für die nächsten zehn Tage.

Donnerstag: Die letzten Sachen einpacken, die Wohnung schließen und ab ins Auto. Ja, die knapp 220 Kilometer fahren wir mit dem Auto. Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln wären wir mehr als neun Stunden unterwegs. 

Nach gut drei Stunden Fahrt kommen wir an unserer Unterkunft an. Ich bin ehrlich - hier könnte ich länger leben. 

Seit meinem 15ten Lebensjahr faszinieren mich Bauwagen. Anders als bei vielen anderen Menschen war Peter Lustig nicht meine Hauptinspiration.

Als wir den Wagen betreten ist sogar der Ofen schon an. Welch ein warmer Empfang. 

Mobility Training mit bester Aussicht. 

Spargel schmeckt uns am besten mit Kartoffeln der Sorte 'Drillinge' und Sauce Hollandaise von Bedda. Es gab Bratlinge von Rügenwalder und einen alkoholfreien Roséwein. Natürlich alles in vegan.

Freitag: Meine Nacht war gut und ich werde durch den Vogelgesang geweckt. Meine erste Aufgabe am Morgen? Holz hacken. Auch wenn der Wagen gut gedämmt ist, kühlt es doch merklich bei 4°C Nachttemperatur ab.

Lecker Frühstück. Warm eingepackt ließ es sich gut aushalten und wir konnten viele Vögel beobachten. 

Meine Aussicht vom Bett, während ich gerade diesen Block schreibe.

Unser Wandergebiet für die nächsten Tage

Mal schauen, was es hier überall zu entdecken gibt.

Ein kleiner Fluss hat sich durchs Gestein gefressen und spannende Felsformationen hinterlassen.

Ständig am schauen und bestimmen. Windie und Waldbotschafter eben.

Schon wieder auf Abwegen.

Das steile felsige Gelände verlangt von den Bäumen viel ab.

Autofokus der Smartphone Kamera.

Felder & Wälder 

Hier stehen einige Obstbäume noch voll in Blüte > Apfel

Diese Kirche sehen wir auch von unserem Wagen aus

Auf unserer kleinen Tour haben wir an mehreren Stellen Rehe getroffen und einen Feldhasen. 

Psssst... Rehe!

Wunderschön. Jedes mal aufs Neue. 

Ein Farn kommt selten allein.

Hier würde es sich lohnen mit mehr Zeit und Geduld zu warten. Außerdem wachsen hier wunderbare Wildkräuter. 

Sumpfsdotterblumen mag ich sehr. 

Immer wieder Felsen und Kiefern

Ein wenig Vorsicht ist hier schon geboten. 

Besen-Ginster 

Genfer Günsel

Vergiss_mein_nicht.
(Myosotis)
Hier in den Wäldern rund um unser Zuhause wachsen ganze Teppiche von diesen zarten Blumen.

Eine von intensiver Land- und Forstwirtschaft geprägte Umgebung.

In das Tal werden wir auch noch wandern

Samstag: Es bleibt bei den 10 bis 12°C Höchsttemperatur und Nachts bei 2 bis 3°C. Deswegen ist es seit zwei Tagen meine erste Handlung nach dem Toilettengang etwas Feuerholz von draußen mit in den Wagen zu bringen und den Ofen anzuheizen. Auf dem Ofen steht ein großer fünf Liter fassender Topf mit Wasser und eine Emaille-Karaffe die einerseits die Wärme speichern, aber andererseits auch unser warmes Wasser fürs Abwaschen und auch fürs Duschen bereit halten. Manchen mag das sehr umständlich erscheinen, aber ich finde, so bekommt der Tag eine Struktur, da Mensch vielmehr mit kleinen Abläufen beschäftigt ist. Genau diese kleinen Dinge, die in der Staft so selbstverständlich erscheinen, haben hier eine größere Priorität und sie verlangsamen den Tag ungemein. Genau darin liegt der Luxus in diesem Tinyhouse. 

Mit unseren frischen Pancakes, ein paar Aufstrichen, etwas Banane und Heidelbeeren sowie einem Kaffee setzten wir uns zum Frühstück raus. Direkt im Gebüsch neben uns ging vermutlich ein Sperber auf Beutezug und für einen kurzen Moment war hier Stille. 

Etwas später habe ich mitten im Gespräch ein anderes Geräusch vernommen, welches ich in Leipzig so noch nie vernommen habe. Tatsächlich... ein Wiedehopf. In mir macht sich eine große Freude breit.

Am frühen Nachmittag sind wir losgezogen. Die Tour führte uns über entspannte dreizehn Kilometer durch Täler und über Bergkämme hinweg. Für die Tour haben wir uns fünfeinhalb Stunden Zeit gelassen und mit zwei ausgiebig langen Pausen war es schon sehr gemütlich.


Wenn die Sonne scheint und wenig Wind geht, dann sind das die besten Spots für eine Pause.

Hier in der Region stehen mindestens so viele Kreuze, wie in Oberbayern. Das Holz-Pentagramm ist bestimmt nicht auf Wohlwollen gestoßen. Relegionsfreiheit funktioniert hier auch nur eine Richtung.

Okay. Hier müssen wir rüber. Allerdings steht die Brücke da drüben an Land und führt nicht über das Wasser. Handtuch? Fehlanzeige.

Wir sind oft auf solchen Pfaden unterwegs gewesen.


Weitläufige Außengebiete. Hier gab es besonders viele Vögel zu sehen und zu hören. Auch der Wiedehopf hat hier Quartier bezogen.


Die Strela ist ein kleines Flüsschen, die sich durch schroffe Felsen hindurch ein schönes Tal geschaffen hat. Ich denke, das dieser Fluss bei Hochwasser ein ganz anderes Gesicht hat. Trotzdem haben hier viele Menschen über Generationen hinweg ihre Sommerhäuschen gebaut und es gibt mehrere Feriencamps.

Diese Brücke hatte trotz Stahlträger gewackelt, als wäre es eine Seilhängebrücke.




Hier ist eines der Camps, das wohl noch aus Ostblockzeiten stammt

Menschen und ihr Humor oder der Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit.

Die Bank ohne mich. Blogger hat mal wieder alle Fotos durcheinander geworfen.

Ganz so schlau bin ich aus dem Mahnmal an genau dieser Stelle nicht geworden. Das Dorf selber lag mit gut 20 Häusern und doppelt so vielen Einwohner:innen weit oben auf einem Berg. Allerdings erinnert dieser Stein, wenn ich es richtig verstanden habe, an ein Massaker der Deutschen Nazis im zweiten Weltkrieg und der Ermordung einer ganzen Dorfgemeinschaft.

Dieser alte Hof lag direkt an unserem Wanderweg und beeindruckte mit vielen Weinpflanzen an der Stützmauer

Das wäre ein grandioser Platz für eine Naturschule. Auf der Plattform wäre Platz für einige Zelte und ein großes Gemeinschaftszelt würde hier auch noch hin passen. Für Hängematten gibt es auch schöne Stellen. Vor dem Haus ist eine weitläufige Flussaue und hinter dem Haus beginnt direkt der Wald. 

Es gibt einen eigenen Brunnen. Strom liegt auch an. Vor Hochwasser ist das Haus auch gut geschützt. 

Sonntag: Wir haben den Tag auf dem Grundstück verbracht und das war eine gute Möglichkeit für mich die Tierwelt noch intensiver zu beobachten.  

Versuch No1 mit 10facher Vergrößerung meiner Smartphone Kamera.

Über dem Acker vor unserem Bauwagen beobachte ich schon seit drei Tagen immer wieder diesen Turmfalken bei der Jagd.

Fresh Air Gym

 Bewegungssnacks - im Tagesverlauf immer wieder Liegestütze machen

Mobility für die Schulter

Ich wurde mehrfach heimlich fotografiert. 😅

Dinkelspaghetti mit Soja-Bolognese. 

Wenn die Sonne am Horizont verschwindet. 

Wir lesen uns im Teil 2...

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