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Eine neue Idee?

Wir sind schon in Kalenderwoche 30 angelangt. In meinem Kopf schreiben sich Geschichten. Manche von denen sind schnell erzählt und wieder andere Geschichten brauchen Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre, um sich zu entwickeln. Während ich über meinen Ausarbeitungen zur Zertifizierung zum Naturmentor sitze, habe ich fünf Artenportaits zu freien Auswahl. Ich sage mal nur eines - es sind alles Pilze. Pilze kommen in der Weiterbildung nur am Rande vor. Doch wenn ich durch die Gegend schlendere, dann sehe ich sie durch alle Jahreszeiten hinweg.  Die Austernpilze im Winter, die Morcheln und Schwefelporlinge im Frühjahr, die Pfifferlinge im Sommer und die vielen Herbstpilze. Ohne Pilze wäre unser menschliches Leben kaum Denkbar. Pilze, die Pflanzen zersetzen und die riesigen Baumkörper vertilgen. Dann sind da die Pilze, die in Symbiose mit unseren Sauerstoff-Fabriken leben.  Es gibt auch noch die Pilze für unsere Essen. Hefekulturen für unser Brot, unsere Brötchen und Kuchen. Hefe für das Bier, welches unsere Kultur bis heute bestimmt. Schimmelkulturen an und in Käse oder Käsealternativen. Vor allem die Bedeutung in der Medizin kann nicht hoch genug betont werden. Penicillin als hochwirksames Antibiotikum,  hat Millionen Menschenleben gerettet.  

Dann bleiben noch die Pilze in der Kullinarik. Aber auch Pilze, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollen, wie zum Bespiel diverse Schimmelpilze.  

Beim Fund der Eismumie Ötzi finden sich Zinderpilz und Birkenporling als Heilpilz, Vitalpilz und zum Feuer machen. 

Das größte Lebewesen deser Erde ist ein Pilz. Genau genommen ein Hallimasch. Das Myzel, das unterirdische Pilzgeflecht ist fast 1200 Fussballfelder groß und wiegt stolze 400.000 Kilogramm.  

Der uns bekannte Ursprung der Pilze reicht mindestens 700 Millionen bis 1 Milliarde Jahre zurück.

Vor rund 600 Millionen Jahren gingen Pilze mit Algen und Cyanobakterien eine Symbiose ein. Flechten. Diese sind in der Lage wirklich unwirtliche Plätze zu besiedeln.  

Ein Leben auf der Erde wäre ohne Pilze für uns nicht möglich.

Genau diese Fakten machen Pilze so spannend für mich. 

Ich mag diese Faszination weitergeben. Den ersten Schritt dazu habe ich bereits vor längerer Zeit getan. 

"Pilze für Einsteiger" an der Waldakademie und "Basiswissen Pilze" beim NABU waren mein Einstieg.

Ich denke, dass mir die Ausbildung zum Pilz-Coach ganz gut gefallen könnte. 

Allerdings gibts da noch ein weitaus größeres Projekt, welches mich in Wohllebens Waldakademie erwarten würde. Dafür müsste ich ein Drittel meines Jahresurlaub und einen vierstelligen Betrag investieren. Das ist schon eine gehörige Ansage und mein Struggeling ist groß.

Montag: Mein Tag ist von Arbeit und Weiterbildung geprägt. Nach dem Urlaub und der Ruhe fällt es mir nicht leicht mit der Lautstärke in der Kita klarzukommen. 

Die Weiterbildung war super. Autismus, Asperger, AD(H)S im Kontext der Schul- und Kitabegleitung. 

Als ich am frühen Abend zu Hause ankam, war mein Akku ziemlich leer. Zu meiner Freude habe ich in meinem E-Mail Postfach meinen Wildpflanzen-Pass gefunden. 

Danke Christine,  aka Suvival Sieglinde, für das wunderbar wilde Jahr und deine vielen Impulse. 

Dienstag: Heute morgen habe ich meine Hängematte in den Rucksack gepackt. Direkt nach der Arbeit ging es für mich in den Erholungspark Lößnig-Dölitz zum entspannten Wandering in Abhängen unter den Linden. 

Auf Arbeit selbst bin ich mit einigen Kindern in den Wald eingetaucht, ohne direkt im Wald zu sein. Ihr erinnert euch noch an das Buch welches ich aus Frankreich mitgebracht hatte? Da lassen sich während der Gestaltung so schöne Geschichten erzählen. 

Am Abend strickte ich noch an Kursangeboten. Ja, ich meine es wirklich ernst. Mein  Naturverbindungs-"Heureka"-Moment im April 2023 war Anlass für alles, was danach kam und ist die Grundlage für das, was noch kommen wird.

Natürlich müssen auch Bäume auf dem Boden liegen. Welche Tiere wohnen eigentlich im Wald? Was gibts den noch für Lebewesen? 

Me Time

Mittwoch: Ich habe mich etwas durch die Gafiken aus dem Stempelbuch aus Frankreich inspirieren lassenund zeichne jetzt eigene Vorlagen auf Format A3. Da gab es wieder.viele Gespräche am Tisch. Mit den richtigen Fragen und Impulsen lässt es sich ganz schnell in die Naturverbindung gehen. Ich denke, morgen werde ich noch mehr Menschenspuren in das Bild einzeichnen.
"Kannst du mir eine Ausmalvorlage malen?" "Gerne."
Wie Mensch in den Wald kommt, ohne in den Wald zu gehen.

Am Abend habe ich gut 100 prüfungsrelevante Fragen zum Thema Pilz-Coach durchgearbeit. 

Donnerstag: Heute bekomme ich endlich wieder eine Bio Gemüsekiste vom Hof meines Vertrauens.  Ich freue mich so unendlich darauf. Zu wissen, wie, wo und von wem das eigene Essen herkommt ist ein unsagbarer Luxus. 

Heute zeichne ich in meine Ausmalvorlage Menschenspuren im Wald ein. Und trotz des kindlichen Zeichenstils wird es ein trauriges Bild.

Ein Bild vom Ist-Zustand vieler "Natur"flächen und "Wälder". Abholzung mit Kahlschlägen, verdichtete Böden von schwerden Maschinen, Monokulturen, Jahrgangswäder, Hochsitz für die Jagd. Dieses Bild ist nicht dystopisch. Es ist die Dystrophie. Einige Kinder kennen genau diese Art "Wald" und finden diesen Zustand normal.

Auf dem Weg nach Hause habe ich mir 60 Fragen zum Thema Pilze gegeben. Ich finde das Thema wirklich faszinierend, da es so vielseitig ist

Ich war heute "Mittagskind" und hatte dadurch die Chance ins Deli zu gehen. 
Focaccia Sandwich - „Fisch“ aus Aubergine, hausgemachte Remoulade, Salat, eingelegte Zwiebeln

Freitag: Einige Kinder aus der Kita sehe ich zum letzten Mal und das ist immer ein emotionaler Moment. Immerhin haben wir vierzehn intensive Monate zusammen verbracht. Fünf Tage in der Woche. Das sind dreißig spannende Stunden pro Woche. Ich schaue mit Freude auf die gemeinsame Zeit zurück. In einer Woche habe ich dann auch meinen letzten Tag in der jetzigen Einrichtung. Ich muss beruflich weiter ziehen. Das ist Teil meiner Arbeit. Vielleicht bleibe ich im Ortsteil. Vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall bleibt eine Konstante: in meiner Arbeit steckt viel Naturmentor und Waldbotschafter. 

Die Raupe des Abendpfauenauge weckte heute die Neigier der Kinder. Giftgrün und mit einem Horn versehen, gab es viele Mutmaßungen, was dieses Tier sein könnte und wie gefährlich es ist. Als ich dann ein Bild des adulten Falter zeigte, waren die meisten Kinder sehr beeindruckt. 

Ich habe hart an meinem ersten Kursangebot gearbeitet. Es verbindet Achtsamkeit, Meditation und Atemtechniken mit Methoden der Wildnispädagogik und alles ordnet sich im 8-Schilde-Modell, einem natürlichen Kreislauf folgend. Jetzt heißt es auf die Suche nach den geeigneten Strecken und Plätzen im Wald zu gehen. Dann heißt es für mich, den Ablaufplan abchecken. Ich muss noch beim Forstamt nachfragen, ob dieses meine Aktivitäten duldet. Wenn das alles passt, geht es in die Ausschreibung. Und ja - auch diese habe ich schon fertig. Das Angebot wird im südlichen Leipziger Auwald in Kleingruppen und auf Spendenbasis stattfinden. Das ist für mich der vorerst beste Weg, um mein Angebot zu testen und ein ehrliches Feedback zu bekommen. Nach drei Jahren intensiver Weiterbildung und Naturverbindung bin ich schon sehr neugierig darauf, Schritt für Schritt in die Umsetzung zu kommen.Ich lass schon mal meinen Arbeitsnamen für dieses Kursangebot hier. wald:atmen

WALD:ATMEN

Samstag: Die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub hatte mich echt geschafft. Mein Akku war wirklich leer. Aber für die Auseinandersetzung mit der Wildnispädagogik und deren Kernroutinen finde ich ausreichend Elan. Zumal ja einiges in meinem Kursangebot zu finden sein wird. 

Sonntag:  Mit den Bildern von meiner kleinen Hausrunde möchte ich mich für diese Woche verabschieden.  

Das Grundrauschen der Bundesstraße und der Verbindungstraße zwischen Leipzig und Markleeberg, die 'Neue Linie", direkt am Wildpark entlang , lässt sich nicht ausschalten, aber gut dämpfen. Auf den schmalen Pfaden, abseits der Hauptwege, kann ich gut der Hektik der Stadt entfliehen. 

Und ja, es kommt hier ein Gefühl von Wildniswind und Naturverbundenheit auf. Amseln, Drosseln,  Buntspecht und Schwarzspecht, Rotkehlchen, Mäuse, Libellen und Bienen, Pilze, Blumen, Gräser  Kräuter und Bäume saugen mich ein und entlassen mich am Ende des Weges entspannt in die Urbane Wirklichkeit. 

Wir lesen uns...

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