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Ich starte diese Woche mit einem Bild aus dem Auwald.

Herbstzeit ist Genusszeit – und das diese Woche draußen wie drinnen. In meiner Urlaubswoche in der KW 43 stand neben ausgiebiger Draußenzeit in der Hängematte vor allem gutes Essen im Mittelpunkt. Ich nehme euch mit auf eine kulinarische Tour durch Leipzig – vom Sushi über Mohnkuchen bis zu „Loaded Fritten“ –, zeige euch meine herbstliche Suppenküche und erzähle von unserem gemütlichen Familientreffen am Wochenende. Dazu gibt es wie gewohnt Einblicke in meine Arbeit am Artenjournal und einen neuen Gedankensplitter zum Thema Nature Journaling. Schnappt euch einen Tee und viel Spaß beim Lesen!

Montag: Ich habe Urlaub und bin mit meinem Kind zum Essen verabredet.Die gemeinsame Zeit hat mir wirklich sehr gefehlt. 

Im Monchi: vegane Sushi Variationen für mein Kind und für mich Soul Garden
Im Emi's: veganer Mohnkuchen und Zitronenkuchen

Dienstag: Ausschlafen und dann raus an den See wandern. Waldtag! Meinen Sitzplatz habe ich seit dem letzten Besuch während der hohen Temperaturen im August nicht mehr gesehen. Jetzt in den Herbstferien sind die Temperaturen entspannt knapp unter zehn Grad und es sieht hier ganz anders aus. Das Laub ist verfärbt und zum Teil schon herab gefallen. Der Herbst zieht nur noch Menschen mit sportlicher Ambitionen um oder auf die Lauer oder zur Hunderunde. In einiger Entfernung ist der Lärm der Stadt zwar noch hörbar, aber nicht mehr so dominant. Lediglich die nahe Straße und Bahnstrecke unterbrechen die Ruhe, wenn einige Autos oder ein Zug vorbeiziehen. 

Ich habe Zeit, um mich auf die Natur einzulassen. Blässhühner ziehen nahe dem Ufer ihre Runden auf dem Wasser.  Weit entfernt mache ich ein Schwanenpaar aus. Ich sehe Rabenkrähen, Kohlmeisen und Wintergoldhähnchen. Eine verspätete Libelle zieht ihre Runden und gelegentlich tauchen die typischen Ringe an der Wasseroberfläche auf, wenn ein Fisch zu nah an die Oberfläche schwimmt. In den leichten Böen tanzen die Blätter durch die Luft auf ihrem Weg nach unten. Gelegentlich blitzt die Sonne durch die Wolken. 

Unterwegs am Wolfswinkel. Manche Pfade lassen sich durch das herabgefallene Laub kaum noch erkennen. 

Heißer "Wilde Kräuter" Tee und etwas Essen - Brot, vegane Salamisticks und Tomatenaufstrich. Für den Waldtag darf es gerne einfach sein. 

Ich habe es wirklich vermisst. In der Hängematte sitzen und dann auch liegen ist wunderbar. Damit es gemütlich bleibt helfen eine Isomatte im Hammock und ein leichter Schlafsack. 

Meine Draußenzeit lasse ich mit einer Portion "Loaded Fritten" im Deli ausklingen und bin mit der eintretenden Dämmerung wieder zu Hause.

Ich habe zum ersten Mal den 38l Rucksack für die Draußenzeit mit der Hängematte, der Isomatte, dem Schlafsack und etwas Proviant gepackt. Das lässt sich wesentlich leichter verstauen, als in meinem alten 30l Rucksack. Die acht Liter mehr Volumen machen sich echt bemerkbar. Ich bin gespannt,  ob ich auch noch extra Klamotten, ein Tarp und den Kocher für meinen nächsten Overnighter mit hinein bekommen werde.

Mittwoch: Was Mensch halt so macht, wenn er frei hat. Prokrastinieren, Doom Scrolling,  Bude aufräumen. Nebenbei ein Hörbuch hören: Peter Wohlleben: "Das geheime Band zwischen Mensch und Natur". Süßkram machen. Termine absprechen und am Ende auch Familienzeit. 

Hefeteig, Mandeln und Pflaumenmus.

Donnerstag: Der Donnerstag war grau und für mich genau das richtige Wetter, um an meinen Zertifizierungsunterlagen zu arbeiten. Dafür brauchts auch Comfort-Food. Die letzten Tomaten des Jahres ergeben mit dem Paprika eine wunderbare Suppe aus gegrilltem Gemüse. Alles aufs  Blech packen und ab in den Ofen. Während das Gemüse in der Röhre brutzelt,  mache ich die Brühe  fertig und das Brot, welches ich zur Suppe essen mag. 

Dunkles Basilikum und Crema di Balsamico als Toping. 


Freitag: Irgendwie ist in den Tag dann doch noch ein Arbeitsgespräch gerutscht. Allerdings eines von den schönen Gesprächen. Wir saßen im Café und haben das nächste Antiaggressionstraining besprochen.

Samstag: Es ist ambivalent. Manchmal ist es zu viel an Bildern, oft vergessen ich sie auch einfach zu machen. Gestern waren wir draußen auf dem Feld und haben Kürbisse geholt. Bezahlt haben wir an der Kasse des Vertrauens. Ich finde es gut, wenn regionale Bauern solche Möglichkeiten bieten. Für unser kleines Familientreffen habe ich dann die Vorsuppe ganz klassisch als Kürbis-Kartoffel Suppe gekocht. Als Hauptspeise gab es Rouladen, Klöße und Rotkohl. So haben alle etwas für das Essen beigetragen und wir konnten eine wunderschöne Zeit mit leckerem veganen Essen verbringen.

Sonntag: Ich arbeite Stück für Stück, Seite für Seite, meine Zertifizierungsunterlagen ab. Ich habe meine Naturtagebücher eingescannt und die Texte digitalisiert, um meine Artenjournale aufzufüllen. Es geht voran! Die meiste Zeit ging in die Vorbereitung. Das macht es deutlich leichter die Journale zu fertigen. Lediglich das Zeichnen ist etwas aufwendiger. Mal schauen, wie weit ich dieses Jahr noch komme.

Artenjournale anfertigen 

Abendrunde durch den Wildpark in der Dämmerung.

Gefüllter, gebackener Kürbis. Diese kleinen Kürbisse können ähnlich wie der Hokkaido mit Schale gegessen werden. Wichtig ist, dass der Kürbis im Ofen vorgegart wird und die fertig gekochte Füllung und der vegane Käse erst zum Schluss in den Kürbis kommt und dann nach mal kurz gebacken wird. 


Gedankensplitter... 

Inzwischen bin ich im dritten "Lehrjahr" meiner Wildniswind-Reise angekommen. Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Mein Startschuss fiel damals zusammen mit dem Herbstclan 2024. Wenn ich heute auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicke, merke ich erst, wie tief manche Routinen in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Was ich in dieser intensiven Wildniszeit besonders lieben gelernt habe:das Wandering, die Sitzplatzroutine und vor allem das Nature Journaling. Meine Naturtagebücher sind inzwischen prall gefüllt. Ich habe unzählige Stiftekilometer gesammelt, Minen leer geschrieben und reihenweise Buntstifte weggespitzt.

Dabei habe ich erst kurz vor dem Start von Wildniswind überhaupt wieder mit dem Zeichnen angefangen. Davor haben meine kreativen Fähigkeiten jahrzehntelang tief und fest geschlafen. Ich musste mich erst ausprobieren, habe verschiedene Stile getestet und bin letztendlich bei einer ganz einfachen, aber für mich perfekten Routine hängen geblieben:

• Kurzes Skizzieren mit dem Bleistift
• Outlines und Details mit dem Fineliner
• Eine einfache Kolorierung mit einem klassischen 12er-Pack Buntstifte

In der Wildniswind-Gemeinschaft gibt es so viele begnadete Zeichnerinnen und Zeichner. Einige von ihnen sind sogar maßgeblich dafür verantwortlich, dass immer mehr Nature Journaling Clubs entstehen und die Community wächst.
Für mich – und vielleicht ja auch für dich – bleibt es ein fortlaufender Lernprozess, an und mit dem wir wachsen dürfen. Das Schöne an dieser Reise ist doch, dass es von außen überhaupt keinen Druck gibt. Es sind meist nur unsere eigenen Ansprüche und Zweifel, die im Weg stehen – und die dürfen wir Schritt für Schritt im Wald oder im Park zurücklassen.

Wir lesen uns...

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